Britische Regierung erwägt historischen Schritt: Prinz Andrew könnte Thronfolge verlieren
Die britische Regierung erwägt einen beispiellosen Schritt in der modernen Monarchiegeschichte: Prinz Andrew Mountbatten-Windsor könnte durch ein spezielles Gesetz aus der Thronfolge des Vereinigten Königreichs gestrichen werden. Trotz des Verlusts seiner königlichen Titel im vergangenen Jahr steht der 66-jährige Bruder von König Charles III. weiterhin an achter Position der Thronfolge – ein Zustand, den die Regierung nun ändern möchte.
Regierung arbeitet an Gesetzesentwurf
Britischen Medienberichten zufolge arbeitet die Regierung an einem Gesetz, das Andrew aus der Liste der Erbmonarchie entfernen könnte, sobald die Polizei ihre Ermittlungen gegen den ehemaligen Herzog von York abgeschlossen hat. Der britische Verteidigungsstaatssekretär Luke Pollard bezeichnete diesen potenziellen Schritt im BBC als angemessen und betonte, dass dies völlig unabhängig vom Ausgang der Ermittlungen geschehen solle.
„Die Regierung hat mit dem Buckingham-Palast an Plänen gearbeitet, um zu verhindern, dass der Ex-Prinz potenziell nur einen Herzschlag vom Thron entfernt ist“, erklärte Pollard. Finanzstaatssekretär James Murray ergänzte gegenüber Sky News: „Die Regierung prüft, welche weiteren Schritte erforderlich sein könnten, und wir schließen nichts aus.“
Überwältigende öffentliche Unterstützung
Eine von Sky News zitierte YouGov-Umfrage zeigt eine klare öffentliche Meinung:
- 82 Prozent der Briten befürworten die Entfernung Andrews aus der Thronfolge
- Nur 6 Prozent sind dagegen
- 12 Prozent haben keine Meinung zu diesem Thema
Diese deutliche Mehrheit spiegelt die anhaltende öffentliche Empörung über Andrews Verbindung zum verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein wider.
Komplexer rechtlicher Prozess erforderlich
Um Andrew dauerhaft von der Thronfolge auszuschließen, müsste ein spezielles Gesetz vom britischen Parlament verabschiedet werden. Dieser Prozess umfasst mehrere Schritte:
- Beschlussfassung im Ober- und Unterhaus
- Unterzeichnung durch den Monarchen
- Zustimmung der 14 weiteren Commonwealth-Staaten, darunter Australien und Kanada
Die „Times“ zitierte eine Quelle aus dem Buckingham-Palast, die betonte, dass die Entfernung Andrews aus der Thronfolge „eine reine Angelegenheit des Parlaments“ sei und der Palast sich dem Willen des Parlaments nicht widersetzen würde.
Ermittlungen werden intensiviert
Die Metropolitan Police gab am Freitag bekannt, dass sie ihre Ermittlungen gegen Andrew ausweiten und seine ehemaligen Personenschützer befragen wird. Kontaktiert werden sowohl derzeitige als auch ehemalige Beamte, die eng mit dem ehemaligen Prinzen zusammengearbeitet haben.
Andrews jüngste Festnahme markiert ein historisches Ereignis: Zum ersten Mal seit mehr als 350 Jahren wurde ein ranghohes Mitglied der Königsfamilie verhaftet. Die letzte vergleichbare Situation ereignete sich während des Bürgerkriegs, als König Charles I. wegen Hochverrats angeklagt wurde.
König Charles positioniert sich klar
König Charles III. (77) hat zur Festnahme seines Bruders eine klare Position bezogen: „Lassen Sie mich klarstellen: Das Gesetz muss seinen Lauf nehmen.“ Diese Aussage unterstreicht die Entschlossenheit des Monarchen, rechtliche Verfahren unabhängig von familiären Bindungen durchzuführen.
Derzeitige Thronfolge:
- Platz 1: Prinz William (43), Sohn von Charles III.
- Platz 2: Prinz George (12), Sohn von William
- Platz 8: Prinz Andrew (66), Bruder von Charles III.
Andrew musste bereits aus seinem Anwesen auf dem Gelände von Schloss Windsor ausziehen und wurde am Donnerstag vorübergehend festgenommen, bevor er nach etwa elf Stunden „unter dem Vorbehalt weiterer Ermittlungen“ entlassen wurde. Bisher hat sich der Bruder des Königs nicht zu den aktuellen Vorgängen geäußert.



