Thronfolge in Gefahr: Britische Regierung plant Gesetz zum Ausschluss von Prinz Andrew
Der im Epstein-Skandal tief verstrickte frühere Prinz Andrew könnte seinen Platz in der britischen Thronfolge vollständig verlieren. Die Regierung des Vereinigten Königreichs arbeitet nach Medienberichten an einem speziellen Gesetz, das Andrew Mountbatten-Windsor von der Liste der Erbmonarchie streichen würde. Dies soll erfolgen, sobald die Polizei ihre laufenden Ermittlungen gegen den Bruder von König Charles III. abgeschlossen hat.
Regierungssprecher bekräftigen Pläne
Der britische Verteidigungsstaatssekretär Luke Pollard bezeichnete den potenziellen Schritt im Sender BBC als angemessen und betonte, dass diese Entscheidung völlig unabhängig vom Ausgang der Ermittlungen getroffen werden könne. Die Regierung habe bereits mit dem Buckingham-Palast an konkreten Plänen gearbeitet, um zu verhindern, dass der Ex-Prinz „potenziell nur einen Herzschlag vom Thron entfernt ist“. Finanzstaatssekretär James Murray sagte gegenüber Sky News: „Die Regierung prüft, welche weiteren Schritte erforderlich sein könnten, und wir schließen nichts aus.“
Breite öffentliche Unterstützung für Ausschluss
Eine von Sky News zitierte YouGov-Umfrage ergab, dass 82 Prozent der Briten dafür sind, Andrew den Status als potenzieller Thronfolger zu entziehen. Nur 6 Prozent sprachen sich dagegen aus, während 12 Prozent keine Meinung dazu äußerten. Diese deutliche Mehrheit unterstreicht den öffentlichen Druck auf die Regierung, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
Komplexer rechtlicher Prozess erforderlich
Um Andrew dauerhaft von der Thronfolge auszuschließen, müsste ein spezielles Gesetz vom britischen Parlament verabschiedet werden. Gesetze werden in Großbritannien traditionell im Ober- und Unterhaus beschlossen und anschließend vom Monarchen unterzeichnet. Besonders heikel: Änderungen der Thronfolge erfordern zusätzlich die Zustimmung aller 14 weiteren Commonwealth-Staaten, denen Charles III. als König vorsteht, darunter Australien und Kanada.
Ermittlungen werden ausgeweitet
Die Metropolitan Police gab bekannt, dass sie ihre Ermittlungen gegen Andrew ausweiten und seine ehemaligen Personenschützer befragen wird. Kontaktiert werden sowohl derzeitige als auch ehemalige Beamte, die eng mit dem früheren Prinzen zusammengearbeitet haben. Diese Entwicklung zeigt, dass die Untersuchungen intensiviert werden.
Historischer Präzedenzfall
Mit Andrews vorübergehender Festnahme am Donnerstag – er wurde nach etwa elf Stunden „unter dem Vorbehalt weiterer Ermittlungen“ wieder entlassen – war zum ersten Mal seit mehr als 350 Jahren ein ranghohes Mitglied der Königsfamilie verhaftet worden. Der letzte vergleichbare Fall datiert aus der Zeit von König Charles I., der während des Bürgerkriegs wegen Hochverrats angeklagt worden war.
König Charles III. hatte zur Festnahme seines Bruders lediglich mitgeteilt: „Lassen Sie mich klarstellen: Das Gesetz muss seinen Lauf nehmen.“ Der Buckingham-Palast zeigte sich laut der „Times“ kooperativ und betonte, dass die Entfernung von Andrew aus der Thronfolge „eine reine Angelegenheit des Parlaments“ sei und man „dies niemals behindern oder sich dem Willen des Parlaments widersetzen“ würde.
Derzeit steht Andrew trotz des Verlusts seiner Titel im vergangenen Jahr weiterhin an achter Stelle der Thronfolge. Platz eins belegt Charles‘ Sohn William (43), gefolgt von dessen Sohn Prinz George (12). Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die britische Regierung ihre Pläne tatsächlich in ein Gesetz gießen kann, das Andrews monarchische Zukunft endgültig beendet.



