Berlin empfängt Schah-Sohn nicht: Bundesregierung bleibt bei Teheran-Kontakt
Schah-Sohn nicht von Bundesregierung empfangen

Kalter Empfang für Schah-Sohn in Berlin

Bei seinem Besuch in Berlin am Donnerstag wird Reza Pahlavi, der Sohn des letzten iranischen Schahs, nicht von der Bundesregierung empfangen. Regierungssprecher Stefan Kornelius machte am Mittwoch deutlich, dass die Bundesregierung keinen Anlass sehe, mit ihm das Gespräch zu suchen.

Privatmann trotz Oppositionsunterstützung

Die Begründung der Bundesregierung lautet, dass Pahlavi lediglich als Privatmann betrachtet werde, auch wenn er von Teilen der iranischen Opposition unterstützt wird. Die offizielle Position Berlins ist, dass das iranische Volk die freie Entscheidung haben sollte, über seine Führung zu bestimmen.

Diplomatische Beziehungen zu Teheran bleiben bestehen

Trotz massiver Kritik am Mullah-Regime hält die Bundesregierung weiterhin Kontakt zur iranischen Regierung. Kornelius erklärte, dass es in der internationalen Politik Situationen gebe, in denen man auch mit Systemen, denen man keine Legitimation zubilligt, den Kontakt suchen müsse, um politische Prozesse voranzutreiben und Spannungen zu reduzieren.

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Das Auswärtige Amt bestätigte, dass die diplomatischen Beziehungen zum Iran im Rahmen des aktuell Möglichen fortbestehen. Gleichzeitig wird enger Kontakt zur iranischen Zivilgesellschaft gepflegt, insbesondere in den Bereichen Menschenrechte, Wissenschaft und Kultur.

Empfang im Bundestag geplant

Ganz isoliert ist Pahlavi in Berlin jedoch nicht. Im Bundestag wird er von Außenpolitikern mehrerer Fraktionen empfangen, darunter Armin Laschet, dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses. Dort wird er als bedeutender Vertreter der iranischen Oppositionsbewegung begrüßt.

Die geplanten Gespräche sollen sich um die aktuelle Lage im Iran und mögliche Zukunftsperspektiven drehen. Pahlavi selbst sieht sich als einende nationale Figur für sein Land, obwohl seine Rolle umstritten bleibt.

Umstrittene Position des Exil-Iraners

Während einige Oppositionsgruppen Reza Pahlavi unterstützen, lehnen ihn andere strikt ab – unter anderem wegen seiner Positionierung zu Israel. Sein Vater, der letzte Schah des Iran, wurde 1979 gestürzt und ins Exil gezwungen. Reza Pahlavi lebt heute in den USA und setzt sich von dort aus für politische Veränderungen in seiner Heimat ein.

Die unterschiedliche Behandlung durch Bundesregierung und Bundestag unterstreicht die komplexe diplomatische Lage im Umgang mit dem Iran und seinen oppositionellen Kräften.

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