Nach dem 1:1 im Rückspiel des Champions-League-Halbfinals gegen Paris Saint-Germain stellt sich beim FC Bayern eine Frage, die bislang tabu war: Ist der Kader zu klein? Trainer Vincent Kompany wechselte zwar mehrfach, doch die Einwechslungen von Minjae Kim, Lennart Karl und Nicolas Jackson brachten nicht den erhofften Effekt. PSG dagegen konnte mit Bradley Barcola von der Bank nachlegen.
Die Diskussion um die Kaderbreite
Über die gesamte Saison hinweg konnte Kompany jeden Ausfall kompensieren, der Qualitätsverlust war gering. Sowohl in der Champions League als auch in der Bundesliga dominierte sein Team. Gegen Paris jedoch gelang das nicht. Die Qualität des Gegners und die fehlenden frischen Kräfte von der Bank machten den Unterschied.
„Paris hatte irgendwann die Möglichkeit, Barcola von der Bank zu bringen. Und bei Bayern war es Lennart Karl. Dem mache ich keinen Vorwurf, der Mann ist schließlich 18 Jahre alt und war zuvor verletzt“, sagt SPORT1-Chefreporter Stefan Kumberger im Podcast „Die Bayern-Woche“. Er ergänzt: „Wenn man dann angesichts der Tatsache, dass man bis auf Serge Gnabry einen vollen Kader hatte, niemanden bringen kann, der einem Spiel zu 100 Prozent einen neuen Spin geben kann, sagt das etwas aus.“
Sportvorstand Eberl bleibt gelassen
Diese Lesart teilen viele Ex-Profis, doch Sportvorstand Max Eberl wehrt sich weiterhin gegen den Vorwurf eines zu kleinen Kaders. Die erfolgreiche Saison gab ihm Recht. Auch nach dem Spiel gegen Paris blieb er dabei: „Nein, wir wissen, was wir tun wollen“, sagte er auf die Frage, ob man an der Kaderplanung etwas ändern wolle. Das deutet darauf hin, dass der Klub auch im Sommer das Risiko eines schlanken Kaders eingeht.
Kumberger sieht Differenzierungsbedarf
Kumberger hält die Marschroute nicht für gänzlich falsch: „Es war auf der Bank keiner, bei dem man sagt: So, jetzt kommt der Gamechanger. Da muss man dann natürlich schon über die Kadergröße sprechen. Der Kader reicht aus, eine sehr gute Saison wie die aktuelle zu spielen. Aber für solche Spiele wie gegen Paris ist die Bank dann zu dünn.“
Die kommende Transferperiode im Sommer dürfte auch bei der anstehenden Sitzung des Aufsichtsrats am Montag Thema sein. Vielleicht kommt die Führungsriege dann ins Grübeln und investiert wieder in die Breite des Kaders.
Die ganze Diskussion und weitere Brennpunkte zum Rekordmeister gibt es im SPORT1-Podcast „Die Bayern-Woche“ mit Moderatorin Madeleine Etti und Chefreporter Stefan Kumberger.



