Selenskyj mahnt westliche Partner zu mehr Tempo bei Ukraine-Unterstützung
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat auf der Münchner Sicherheitskonferenz eindringlich zu mehr Geschwindigkeit und Entschlossenheit bei der Unterstützung seines Landes aufgerufen. In seiner Rede betonte er, dass Russland seine Angriffswaffen während des Krieges massiv weiterentwickelt habe und die Ukraine daher dringend schnelle Hilfe von ihren westlichen Partnern benötige.
Monatelange Verzögerungen bei Waffenlieferungen
Selenskyj kritisierte deutlich, dass die Lieferung bestimmter Waffensysteme oft Monate oder sogar Jahre gedauert habe. "Was wir bei dem russischen Einmarsch am 24. Februar 2022 gebraucht hätten, waren Einheit, Entschlossenheit und Tempo", sagte der ukrainische Staatschef vor den versammelten Sicherheitsexperten und Politikern. Zwar dankte er den westlichen Ländern für ihre bisherige Unterstützung, forderte aber insbesondere dringend weitere Raketen für die Flugabwehr an.
Diese seien notwendig, um die systematische Zerstörung des ukrainischen Energienetzes durch russische Luftangriffe zu stoppen. Die mangelnde Geschwindigkeit bei der Unterstützung gefährde die ukrainische Verteidigungsfähigkeit angesichts der technologischen Weiterentwicklung russischer Waffensysteme.
Hoher Blutzoll für russische Armee im Donbass
Nach Angaben Selenskyjs zahlt Russland für seinen langsamen Vormarsch im Donbass einen extrem hohen Preis. Der ukrainische Präsident nannte konkrete Zahlen:
- Im Dezember seien 35.000 russische Soldaten getötet oder schwer verletzt worden
- Im Januar habe es 30.000 Verluste gegeben
- Pro erobertem Quadratkilometer verliere Russland 156 Soldaten
Selenskyj zeigte sich überzeugt, dass der Kreml eher zu echten Verhandlungen bereit sei, sollten die monatlichen Gefallenenzahlen russischer Soldaten auf 50.000 steigen. Diese hohen Verlustzahlen bestätigte auch Nato-Generalsekretär Mark Rutte, der ebenfalls auf der Münchner Sicherheitskonferenz sprach.
Nato-Chef warnt vor langfristiger Bedrohung
Rutte betonte, dass Russland im Krieg gegen die Ukraine derzeit "wahnsinnige Verluste" hinnehmen müsse. In den vergangenen zwei Monaten habe die russische Armee etwa 65.000 Soldaten verloren. Gleichzeitig unterstrich der Nato-Generalsekretär die Stärke der westlichen Allianz und erklärte, Russland werde es derzeit nicht wagen, die Nato anzugreifen.
"Wir werden jeden Kampf gegen Russland gewinnen, wenn sie uns jetzt angreifen", sagte Rutte vor Journalisten. Allerdings müsse sichergestellt werden, dass dies auch in zwei, vier oder sechs Jahren noch der Fall sei. Diese Aussage unterstreicht die langfristige strategische Bedeutung der aktuellen Unterstützung für die Ukraine.
Die Münchner Sicherheitskonferenz dient als wichtiges Forum für internationale Sicherheitspolitik, auf dem Selenskyjs Appell besondere Aufmerksamkeit erhielt. Seine Forderung nach mehr Geschwindigkeit bei der militärischen Unterstützung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt, da Russland trotz hoher Verluste weiterhin Druck auf die ukrainischen Verteidigungslinien ausübt.



