Selenskyjs Familienleben im Schatten von Putins Killern
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) muss aufgrund der akuten Bedrohung durch russische Geheimdienste auf regelmäßige Familienbesuche verzichten. In einem aktuellen Podcast-Interview mit der britischen Zeitung „Independent“ schilderte der Staatschef die dramatischen Sicherheitsvorkehrungen, die sein Privatleben bestimmen.
Kinder an geheimen Orten versteckt
Mindestens elf Mordanschlagsversuche sollen russische Geheimdienste bereits auf Selenskyj verübt haben. Aus diesem Grund leben sein 13-jähriger Sohn Kyrylo und seine 21-jährige Tochter Oleksandra an einem streng geheimen Ort, der nicht öffentlich bekannt ist. „Ich versuche, nicht zu oft zu Orten zu gehen, wo sich meine Kinder aufhalten“, erklärte Selenskyj in dem Gespräch.
Der Präsident betonte, dass es seinen Kindern genauso ergehe wie unzähligen anderen ukrainischen Familien: „Sie gehen zur Schule, sie lernen und sie müssen sehr schnell in Schutzräume rennen.“ Die ständige Bedrohung durch russische Raketenangriffe mache keinen Unterschied zwischen Hauptstadt und Frontgebiet – alle Kinder des Landes seien gleichermaßen gefährdet.
Ständige Lebensgefahr für den Präsidenten
Selenskyj selbst hält sich aus Sicherheitsgründen an wechselnden, geschützten Orten auf. Russische Geheimdienste beobachten nach seinen Angaben jede seiner Bewegungen. Spezialeinheiten des FSB hätten den Auftrag erhalten, die ukrainische Führung „zu enthaupten“ – eine Tatsache, die dem Präsidenten voll bewusst ist.
Mit seiner Frau Olena (48) verbringt Selenskyj nur wenig private Zeit, obwohl das Paar bei hochoffiziellen Anlässen gemeinsam in Erscheinung tritt. Die Sicherheitslage erlaubt keine normalen Familienzusammenkünfte mehr.
Frontbesuch in der Region Donezk
Während sein Privatleben extrem eingeschränkt ist, setzt sich Selenskyj weiterhin persönlichen Gefahren an der Front aus. Erst am Freitag besuchte er die besonders umkämpfte Region Donezk im Osten der Ukraine. In der Stadt Druschkiwa, nur etwa 15 Kilometer von der Frontlinie entfernt, zeigte er Präsenz.
„Die Russen geben den Krieg nicht auf und bereiten hier in der Region Donezk eine Offensive für den Frühling vor“, warnte Selenskyj in einer Mitteilung. Die Region Donezk im Donbass-Gebiet wird von Russland beansprucht – nach aktuellen Angaben sollen russische Truppen bereits 83 Prozent der Region kontrollieren.
Alltägliche Bedrohung für die gesamte Ukraine
Selenskyj machte in dem Interview deutlich, dass die Bedrohung nicht nur ihn persönlich betrifft: „Es trifft Hunderttausende Soldaten jeden Tag – genauso wie Millionen Kinder, die zur Schule gehen oder zu Hause lernen, während Kreml-Chef Wladimir Putin (73) ihr Land mit Bomben überzieht.“
Die Raketen suchten sich ihre Ziele nicht aus, sondern brächten einfach Zerstörung überall dorthin, wo sie einschlügen. Diese Realität bestimme den Alltag aller Ukrainer, besonders der jüngsten Generation, die unter ständiger Lebensgefahr aufwachsen müsse.



