Siko 2026 in München: Über 200.000 Demonstranten auf Theresienwiese – Verkehrschaos droht
Siko 2026: 200.000 Demonstranten – Verkehrschaos in München

Siko 2026 in München: Massenproteste und politische Debatten prägen das Wochenende

Von Freitag, dem 13. Februar, bis Sonntag, dem 15. Februar 2026, findet in München die 62. Münchner Sicherheitskonferenz statt. Im Hotel Bayerischer Hof am Promenadeplatz treffen sich Spitzenpolitiker und Experten aus aller Welt, um über internationale Sicherheits- und Außenpolitik zu diskutieren. Parallel dazu versammeln sich Hunderttausende Demonstranten auf der Theresienwiese, was zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen in der bayerischen Landeshauptstadt führt.

Massendemonstration auf der Theresienwiese: Über 200.000 Teilnehmer

Die Polizei spricht von über 200.000 Teilnehmern, die sich auf der Theresienwiese eingefunden haben, um gegen die Menschenrechtslage im Iran zu protestieren. Die Demonstration unter dem Motto "Menschenrechte und Freiheit für Iran. Internationale Solidarität mit dem iranischen Volk" wurde vom Verein The Munich Circle organisiert und nutzt bewusst den Zeitpunkt der Sicherheitskonferenz, um internationale Aufmerksamkeit zu erzeugen. Viele Demonstranten sind aus ganz Deutschland und Europa angereist, wie Jürgen Stauffert aus Heilbronn, der aus Solidarität mit seiner iranischen Frau protestiert.

Die Veranstaltung verläuft bisher weitgehend friedlich, obwohl die Polizei einige Verstöße gegen Flugbeschränkungen durch Drohnen meldet. Auf der Theresienwiese sind Fahnen des ehemaligen iranischen Schah-Regimes und Plakate mit dem Gesicht von Reza Pahlavi, dem Sohn des letzten Schahs, zu sehen. Viele Teilnehmer sehen in ihm eine Hoffnung für politischen Wandel im Iran.

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Verkehrschaos und Sperrungen in München

Die riesige Menschenmenge führt zu erheblichen Verkehrsproblemen in München. Die Polizei warnt vor einem Verkehrschaos bei der Abreise der Demonstranten und empfiehlt dringend die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Rund um den Promenadeplatz sind zwei Sicherheitsbereiche eingerichtet, die für die Öffentlichkeit gesperrt sind. Tram- und Buslinien sind umgeleitet, und Haltestellen wie Lenbachplatz und Marienplatz werden nicht angefahren.

Für Anwohner und Besucher bedeutet dies erhebliche Einschränkungen. Die Stadtwerke München haben Umleitungen für die Tramlinien 19 und 21 eingerichtet, um den Verkehrsfluss aufrechtzuerhalten. Dennoch rechnen die Behörden mit langen Staus und Verzögerungen im gesamten Stadtgebiet.

Politische Highlights auf der Sicherheitskonferenz

Während auf der Theresienwiese demonstriert wird, diskutieren im Bayerischen Hof hochrangige Politiker über globale Sicherheitsfragen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) eröffnete die Konferenz mit einem Appell für ein neues transatlantisches Bündnis zwischen Europa und den USA. Er betonte die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit, warnte aber auch vor einer "tiefen Kluft" zwischen den Partnern.

US-Außenminister Marco Rubio hielt eine versöhnliche Rede, in der er die gemeinsamen Werte und kulturellen Wurzeln zwischen den USA und Europa hervorhob. Im Gegensatz zu früheren Auftritten setzte er auf Kooperation statt Konfrontation. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte in seiner Rede vor den Gefahren eines langandauernden Krieges und betonte, dass "je länger der Krieg dauert, umso gefährlicher Putin wird".

Am Rande der Konferenz sprach Julia Nawalnaja, die Witwe des russischen Oppositionsführers Alexei Nawalny, über die Ermordung ihres Mannes. Sie beschuldigte den russischen Präsidenten Wladimir Putin, für den Tod verantwortlich zu sein, was von Außenministern aus Deutschland, Großbritannien, Schweden und den Niederlanden unterstützt wurde.

Weitere Demonstrationen und Aktionen in der Stadt

Neben der Großdemo auf der Theresienwiese finden zahlreiche weitere Proteste in München statt. Auf dem Marienplatz versammeln sich Anti-Siko-Demonstranten mit Bannern wie "Stoppen wir den Rüstungswahnsinn" und "Gegen Krieg und Aufrüstung". Organisationen wie Die Linke, BSW und Verdi sind beteiligt. Greenpeace-Aktivisten haben mit aufblasbaren Figuren von Donald Trump und Wladimir Putin auf dem Marienplatz protestiert.

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Auf dem Odeonsplatz und dem Max-Joseph-Platz sind weitere Kundgebungen angemeldet, darunter eine Demo für ein "Starkes Europa zusammen mit der Ukraine" mit erwarteten 3.000 Teilnehmern. Insgesamt sind über 15 Versammlungen im Zusammenhang mit der Sicherheitskonferenz registriert, was die Polizei vor logistische Herausforderungen stellt.

Kurioses und Unterhaltung

Neben den ernsten politischen Debatten gibt es auch leichtere Momente. Gastgeber Wolfgang Ischinger sorgte für Lacher, als er eine verspiegelte Sonnenbrille trug, in Anspielung auf Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der in Davos aus gesundheitlichen Gründen eine ähnliche Brille getragen hatte. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warb in seiner Rede humorvoll für Bayern als Hightech-Standort und erwähnte scherzhaft, dass im Zweifelsfall "Whiskey besser als Wodka" sei.

Zudem dienen die Dreharbeiten für einen neuen "Tatort" auf dem Konferenzgelände als kurioser Hintergrund. Die Ermittler Kalli Hammermann und Nikola Buvak ermitteln in einem Mordfall, der sich während der Sicherheitskonferenz ereignet hat.

Die Münchner Sicherheitskonferenz 2026 zeigt sich somit als Schauplatz intensiver politischer Diskussionen und massiver öffentlicher Proteste. Während die Weltpolitik im Bayerischen Hof debattiert wird, demonstrieren Hunderttausende auf den Straßen Münchens für ihre Anliegen, was die Stadt vor enorme logistische Herausforderungen stellt.