Sonderflüge und Schiffe holen Tausende Deutsche aus Nahem Osten zurück
Sonderflüge holen Deutsche aus Nahem Osten zurück

Großangelegte Rückholaktion: Tausende Deutsche kehren aus Nahem Osten zurück

Die Bundesregierung und Reiseveranstalter haben in den letzten Tagen eine umfangreiche Rückholaktion für deutsche Touristen gestartet, die aufgrund des eskalierenden Iran-Krieges im Nahen Osten gestrandet waren. Hunderte Urlauber konnten bereits mit Sonderflügen des Auswärtigen Amtes sicher nach Deutschland zurückgebracht werden, während gleichzeitig Kreuzfahrtschiffe weitere Passagiere aus der Golfregion evakuierten.

Kreuzfahrtpassagiere auf dem Heimweg

Ein Sprecher von Tui Cruises bestätigte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass sich die letzten 180 Passagiere der „Mein Schiff 5“ aktuell auf dem Rückweg nach Deutschland befinden. Bereits vor einigen Tagen seien die Gäste der Schwesterschiffes „Mein Schiff 4“ sicher zurückgekehrt. Beide Kreuzfahrtschiffe bieten zusammen Kapazitäten für mehr als 5.000 Passagiere, von denen ein erheblicher Teil deutsche Staatsbürger waren.

Der Reiseveranstalter Dertour meldete ebenfalls Fortschritte bei der Rückführung seiner Kunden. „Stand heute befinden sich fast alle Gäste wieder zu Hause“, teilte das Unternehmen mit. Für die wenigen verbliebenen Urlauber in der Region seien die Rückreisemöglichkeiten bereits organisiert und würden zeitnah umgesetzt.

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Auswärtiges Amt organisiert Sonderflüge

Das Auswärtige Amt koordinierte mehrere Sonderflüge aus verschiedenen Golfstaaten. Bisher konnten mehr als 1.000 Menschen mit fünf speziellen Flügen aus dem Oman, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar nach Deutschland zurückkehren. Am Mittwochabend wurde zudem ein weiterer Sonderflug aus Riad in Saudi-Arabien erwartet, der auch eine Busverbindung für deutsche Touristen aus Katar einschloss.

Außenminister Johann Wadephul von der CDU nutzte persönlich eine Dienstreise von Katar nach Riad, um deutsche Touristen an Bord seines Bundeswehr-Transportflugzeugs mitzunehmen. Aus Sicherheitsgründen reiste der Minister mit einer militärischen Transportmaschine, die anschließend den gestrandeten Bürgern die Heimreise ermöglichte.

EU-weite Koordination der Evakuierung

Die Europäische Union hat die Rückholaktionen auf kontinentaler Ebene koordiniert. Nach Angaben der EU-Kommission wurden bereits mehr als 70 spezielle Flüge organisiert, durch die über 8.000 Menschen aus dem Nahen Osten in ihre Heimatländer zurückgebracht werden konnten. Insgesamt 23 EU-Mitgliedstaaten haben die Unterstützung der Europäischen Union angefordert, wobei Deutschland bisher auf eigene Kapazitäten zurückgriff.

Die Kommission kündigte an, dass in den kommenden Tagen weitere Evakuierungsflüge stattfinden werden, um verbliebene EU-Bürger aus der Konfliktregion zu holen. Die logistische Koordination gestaltet sich dabei besonders anspruchsvoll.

Logistische Herausforderungen und eingeschränkter Flugverkehr

Der Deutsche Reiseverband beschrieb die Situation in der Golfregion als weiterhin äußerst volatil und unberechenbar. Seit Ausbruch der kriegerischen Auseinandersetzungen seien mehrere Zehntausend Gäste von Reiseveranstaltern in den Golfstaaten gestrandet gewesen. Anhaltende Luftraumsperrungen und stark eingeschränkte Flugverbindungen stellen nach wie vor enorme logistische Herausforderungen dar.

Der Lufthansa-Konzern bestätigte, dass Flüge nach Dubai bis mindestens zum 28. März ausgesetzt bleiben. Die beiden Flughäfen in dem arabischen Emirat haben ihre Abfertigungskapazitäten erheblich reduziert, was die Rückholaktionen zusätzlich erschwert. Die Reisebranche spricht angesichts dieser Umstände von einer beispiellosen logistischen Operation unter schwierigsten Bedingungen.

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