Trotz US-Seeblockade: Sanktionierter Tanker passiert Straße von Hormus unter malawischer Flagge
Trotz US-Blockade: Tanker passiert Straße von Hormus

Trotz US-Seeblockade: Sanktionierter Tanker passiert Straße von Hormus unter malawischer Flagge

Ein von den USA sanktionierter Tanker hat trotz einer vom US-Militär verkündeten Seeblockade die strategisch wichtige Straße von Hormus durchfahren. Das Schiff mit dem Namen »Rich Starry« passierte die Meerenge am Dienstagmorgen und verließ sie anschließend, wie die auf Schifffahrt spezialisierte Webseite »Lloyd's List« berichtete. Auch die Schiffsverfolgungsplattform »Marine Traffic« bestätigte, dass der Öl- und Chemikalientanker am Dienstag im Golf von Oman unterwegs war.

Falsche Flagge und Verbindungen zur Schattenflotte

Der etwa 190 Meter lange Tanker fährt laut »Lloyd's List« unter falscher Flagge, aktuell unter der Flagge Malawis. Zuvor war das Schiff als »Full Star« bekannt und unterliegt US-Sanktionen wegen seiner Beteiligung an iranischen Exporten. Tanker unter falscher Flagge sind häufig Teil einer illegalen »Schattenflotte«, die internationale Sanktionen gegen Staaten wie Iran oder Russland umgehen soll. Diese Schiffe nutzen gefälschte Flaggen oder manipulieren ihre Transponder des satellitengestützten Systems AIS.

Das US-Finanzministerium hatte den Tanker »Full Star« bereits im Jahr 2023 mit Sanktionen belegt, weil er am Transport oder Verkauf iranischer Öl- oder Chemieprodukte beteiligt war. Der Tanker hat demnach Verbindungen zur Shanghai »Xuanrun Shipping Company Limited«, einer chinesischen Reederei. Ob der Tanker bei seiner jüngsten Fahrt iranisches Öl geladen hatte, bleibt unklar.

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Hintergrund der US-Seeblockade

Die USA hatten am Montag damit begonnen, die Straße von Hormus zu blockieren. Nach eigenen Angaben sollen Schiffe, die einen iranischen Hafen als Start- oder Zielpunkt haben, an der Durchfahrt gehindert werden. Auch Schiffe, die von Iran geforderte Transitgebühren an Teheran bezahlen, sollen die Meerenge nicht passieren dürfen. Dies schließt iranische Häfen am Persischen Golf und am Golf von Oman ein. Das US-Militär betonte jedoch, dass die Durchfahrt von Schiffen ohne iranischen Ziel- oder Startpunkt nicht beeinträchtigt werden solle.

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Ölhandel. Bereits Anfang März hatte Iran die Meerenge durch Drohungen und Beschuss von Tankern und Frachtschiffen faktisch blockiert. Die aktuelle US-Blockade ist Teil einer Eskalation im Nahost-Konflikt, bei der Verhandlungen in Pakistan stattfinden. US-Vertreter sprechen von »echten Fortschritten«, während Iran von übertriebenen US-Forderungen berichtet. Experten warnen, dass Iran deutlich weniger Hemmungen habe, in einen Krieg zurückzukehren, als die USA.

Die Passage des Tankers »Rich Starry« unter malawischer Flagge zeigt die Herausforderungen bei der Durchsetzung internationaler Sanktionen und die Komplexität der maritimen Sicherheit in der Region. Die Entwicklung unterstreicht die anhaltenden Spannungen und die Fragilität der Schifffahrtswege im Persischen Golf.

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