Im Nahen Osten herrscht derzeit eine Waffenruhe zwischen Iran und den USA, doch die Verhandlungen über einen dauerhaften Frieden stocken. US-Präsident Donald Trump hat nun seine Behauptung wiederholt, das Regime in Teheran sei militärisch besiegt. Zugleich will er den wirtschaftlichen Druck auf Iran offenbar weiter erhöhen.
Trump: Militärischer Sieg, aber wirtschaftlicher Druck
„Wir haben diesen speziellen Gegner militärisch besiegt“, sagte Trump bei einem Staatsbankett zu Ehren des britischen Königs Charles III. im Weißen Haus. Gleichzeitig wies er seine Berater an, sich auf eine verlängerte Blockade Irans vorzubereiten, wie das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf US-Beamte berichtet. Trump habe sich dafür entschieden, die iranische Wirtschaft und die Ölexporte weiter unter Druck zu setzen, indem der Schiffsverkehr zu und von iranischen Häfen unterbunden wird. Er sei überzeugt, dass diese Option mit geringeren Risiken verbunden sei als die Wiederaufnahme von Bombenangriffen oder ein Rückzug aus dem Konflikt.
Straße von Hormus: Schiffsverkehr bricht ein
Iran hat mit Angriffen und Drohungen die Schifffahrt durch die Straße von Hormus nahezu zum Erliegen gebracht. Laut aktuellen Angaben der Vereinten Nationen ist die Zahl der Schiffe, die die Meerenge passieren, seit Kriegsbeginn um mehr als 95 Prozent zurückgegangen. Teheran nutzt diese Strategie als Druckmittel in den Verhandlungen mit den USA. Die Trump-Regierung hat ihrerseits eine Seeblockade gegen Iran verhängt, um die Führung in Teheran von den Einnahmen aus dem Ölexport abzuschneiden.
Benzinpreise in den USA auf Rekordhoch
Die doppelte Blockade treibt die Spritpreise in den Vereinigten Staaten auf Höchststände. Für eine Gallone Benzin (3,785 Liter) zahlten die Menschen am Dienstag im Schnitt 4,18 US-Dollar (3,57 Euro), erklärte der Automobilverband AAA. Zu Beginn des Irankriegs lag der Wert bei 2,98 Dollar – ein Anstieg um rund 40 Prozent.
USA schließen Sanktionslücken – Spannungen mit China
Die US-Regierung versucht, die verbliebenen Lücken bei den Sanktionen gegen Iran zu schließen, und verschärft damit die Spannungen mit China. Das Finanzministerium droht Banken und Finanzdienstleistern mit Strafen, sollten sie Geschäfte mit sogenannten Teekannen-Raffinerien in China machen. Dabei handelt es sich um kleine, unabhängige Anlagen, die Öl aus sanktionierten Ländern wie Iran billig aufkaufen und zu Benzin verarbeiten. Laut Medienberichten gehen etwa 90 Prozent der iranischen Ölexporte nach China.
US-Finanzminister Scott Bessent erklärte, seine Behörde gehe gegen die internationale Finanzinfrastruktur Irans vor, gegen den Zugang zu Kryptowährungen, die „Schattenflotte“ aus Schiffen mit verschleierter Eigentümerschaft, Netzwerke zur Waffenbeschaffung, die Finanzierung verbündeter Milizen im Nahen Osten und gegen die chinesischen Teekannen-Raffinerien. Dadurch seien dem Regime in Teheran Einnahmen in Milliardenhöhe entgangen.



