Trump deutet Kriegsende an: Ölpreise fallen nach Äußerungen des US-Präsidenten
Trump deutet Kriegsende an: Ölpreise fallen deutlich

Trump signalisiert mögliches Kriegsende: Ölmärkte beruhigen sich

Am zehnten Tag der gemeinsamen Luftangriffe der USA und Israels auf den Iran hat US-Präsident Donald Trump erstmals ein mögliches baldiges Ende der militärischen Auseinandersetzungen angedeutet. In einem Interview mit dem Sender CBS erklärte Trump am Montag, der Krieg sei "so gut wie" beendet. Als Begründung führte er die erhebliche militärische Schwächung Irans an, die nach seinen Worten zu einem Verlust der Marine, der Kommunikationsmittel und der Luftwaffe des Landes geführt habe.

Unmittelbare Reaktion der Finanzmärkte

Die internationalen Ölmärkte reagierten unmittelbar mit deutlicher Erleichterung auf die Äußerungen des US-Präsidenten. Der Preis für ein Barrel Rohöl (159 Liter) fiel am Montagabend auf knapp 90 US-Dollar. Dies markiert einen signifikanten Rückgang gegenüber den Höchstständen von zeitweise über 119 Dollar pro Barrel, die seit Beginn der Angriffe Ende Februar erreicht worden waren. Die US-Börsen schlossen die Handelssession ebenfalls im positiven Bereich.

Trump äußerte sich in seiner Ansprache vor republikanischen Abgeordneten in Doral, Florida, optimistisch über den weiteren Verlauf: "Es wird ziemlich schnell vorbei sein" und bezeichnete den militärischen Konflikt als "nur einen kurzen Ausflug". Konkrete Angaben dazu, wann die Luftangriffe eingestellt werden könnten, machte der Präsident jedoch nicht.

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Innenpolitischer Druck auf die Trump-Regierung

Die zuvor massiv gestiegenen Ölpreise hatten die Trump-Regierung innenpolitisch unter erheblichen Druck gesetzt. Der US-Präsident hatte Wählerinnen und Wählern im Wahlkampf wiederholt sinkende Spritpreise versprochen. Im Weißen Haus wächst die Sorge, dass die Preissprünge an den Zapfsäulen die US-Wirtschaft belasten und Verbraucher vor den für November geplanten Zwischenwahlen verärgern könnten.

Die Republikaner hoffen, bei diesen Midterm-Wahlen ihre Mehrheit im Kongress verteidigen zu können. Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts stellen dabei eine erhebliche Herausforderung dar.

Mögliche Maßnahmen zur Marktberuhigung

Kurz vor Veröffentlichung des CBS-Interviews hatte das Weiße Haus erklärt, der Präsident prüfe "alle glaubwürdigen Optionen", um die Ölpreise zu kontrollieren. Mehrere Insider berichteten am Montag von konkreten Überlegungen zur Marktberuhigung:

  • Eine mögliche Lockerung der Ölsanktionen gegen Russland
  • Die Freigabe strategischer Ölreserven der USA
  • Gezielte Ausnahmeregelungen für bestimmte Länder wie Indien

US-Energieminister Chris Wright bestätigte am Montag, dass koordinierte Verkäufe aus der strategischen Reserve (SPR) geprüft würden, eine endgültige Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen. Exportbeschränkungen für US-Öl schloss er aus.

Geopolitische Implikationen und Herausforderungen

Eine Aufhebung der Russlandsanktionen könnte zwar helfen, die globalen Ölpreise zu senken oder zumindest zu stabilisieren, würde jedoch gleichzeitig die Bemühungen des Westens untergraben, Russland Einnahmen für den Krieg gegen die Ukraine zu entziehen. Der russische Sondergesandte Kirill Dmitrijew hatte zuvor auf der Plattform X erklärt, er diskutiere mit den USA über ein Ende der Sanktionen, da diese der Weltwirtschaft schadeten.

Experten bezweifeln jedoch, dass die geplanten Maßnahmen kurzfristig wirken können, solange der Tankerverkehr durch die strategisch wichtige Straße von Hormus gestört bleibt. Durch diese Meerenge zwischen Iran und Oman fließt etwa ein Fünftel des weltweiten Ölangebots. Ein Plan des Weißen Hauses, Tanker durch Marineeskorten zu schützen, hatte bislang nur begrenzten Erfolg.

Die USA hatten bereits vergangene Woche eine 30-tägige Ausnahmegenehmigung erteilt, um festsitzenden Tankern mit russischem Öl den Verkauf an Indien zu ermöglichen und so den Druck auf den globalen Ölmarkt zu verringern. US-Vertreter führen zudem Gespräche mit den G7-Staaten über eine gemeinsame Freigabe von Ölreserven.

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