Trump droht neuem iranischem Führer – Kein Ende der heftigen Angriffe in Sicht
Trump droht Iran-Führer – Kein Ende der Angriffe

„Heftigste Angriffe“ – Kein Zeichen für Frieden im Iran

Während US-Präsident Donald Trump ein baldiges Ende des Krieges im Iran in Aussicht stellt, gehen die militärischen Angriffe in der Region mit unverminderter Härte weiter. Die Vereinigten Staaten würden nicht nachgeben, „bis der Feind vollständig und endgültig besiegt“ sei, erklärte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth in Washington deutlich. „Zum Beispiel wird heute wieder einmal unser heftigster Tag von Angriffen im Iran sein.“ Auch Israel zeigt keinerlei Bereitschaft, seine militärischen Operationen einzudämmen oder zu reduzieren.

Eskalation der militärischen Auseinandersetzungen

Die israelische Armee griff nach eigenen offiziellen Angaben weitere strategische Ziele in der iranischen Hauptstadt Teheran an. Gleichzeitig attackierten iranische Streitkräfte nach eigenen Meldungen einen wichtigen US-Luftwaffenstützpunkt im Nordirak, nutzten Drohnen für Angriffe auf ein israelisches Treibstofflager und weitere militärische Einrichtungen. In Israel lösten diese Attacken landesweiten Raketenalarm aus. Die einflussreiche iranische Nachrichtenagentur Tasnim, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht, berichtete über eine neue massive Raketenwelle auf Ziele in der Region um Tel Aviv.

Trumps düstere Vorhersagen für neuen iranischen Führer

Donald Trump deutete unterdessen deutlich an, dass er das neue iranische Staatsoberhaupt, den Religionsführer Modschtaba Chamenei, nicht einfach akzeptieren werde. „Ich glaube nicht, dass er in Frieden leben kann“, sagte der republikanische Präsident im US-Sender Fox News, ohne jedoch konkrete Details zu nennen. Bereits am Montag Ortszeit hatte Trump erklärt: „Wir denken, dass es nur zu mehr Problemen derselben Art im Land führen wird.“ Der 56-jährige Sohn von Ajatollah Ali Chamenei war in der Nacht zum Montag – nur neun Tage nach dem Tod seines Vaters bei einem israelischen Luftangriff – zum obersten Führer des Landes bestimmt worden.

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Widersprüchliche Signale zum Kriegsende

Überraschend hatte Trump zuvor ein baldiges Ende des Krieges angekündigt. „Ich denke, der Krieg ist so gut wie beendet. Sie haben keine Marine, keine Kommunikationssysteme, sie haben keine Luftwaffe“, zitierte ihn der US-Sender CBS News nach einem ausführlichen Telefoninterview. Der Kriegsverlauf laufe „weit vor dem Zeitplan“, betonte der US-Präsident, ohne sich jedoch auf einen konkreten Beendigungszeitpunkt festzulegen. Dennoch reagierten die Finanzmärkte unmittelbar auf diese Äußerungen, und der Ölpreis ging deutlich zurück.

Iranische Revolutionsgarden beharren auf Kontrolle

Die iranischen Revolutionsgarden reagierten scharf und entschieden auf Trumps Ankündigungen. „Wir sind diejenigen, die über das Ende des Krieges entscheiden“, hieß es in einer von der Nachrichtenagentur Tasnim verbreiteten offiziellen Mitteilung. „Die Bedingungen auf dem Schlachtfeld und das endgültige Ende des Krieges liegen ausschließlich in den Händen der Islamischen Republik Iran.“ Diese klare Positionierung unterstreicht die angespannte Lage und die gegensätzlichen Standpunkte der Konfliktparteien.

Deutsche Positionen und internationale Reaktionen

Bundeskanzler Friedrich Merz sieht derzeit „keinen gemeinsamen internationalen Plan“, wie der Krieg schnell zu einem überzeugenden und nachhaltigen Ende gebracht werden kann. Es gebe „eine gefährliche und besorgniserregende Eskalation“, sagte er mit deutlichem Blick auf die Gegenangriffe des Iran. „Wir haben kein Interesse an einem endlosen Krieg. Wir haben ebenso kein Interesse an einer Auflösung der territorialen Integrität, der Staatlichkeit oder der wirtschaftlichen Lebensfähigkeit des Iran“, betonte der deutsche Regierungschef nachdrücklich.

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Außenminister Johann Wadephul rechnet damit, dass amerikanische Angriffe so lange weitergehen werden, bis die USA den Iran nicht mehr als ernsthafte Bedrohung einstufen – oder bis die iranische Seite ernsthafte und verifizierbare Bereitschaft zu substanziellen Verhandlungen zeigt. Bisher gibt es dafür jedoch keinerlei konkrete Anzeichen. „Wenn ein Waffenstillstand zustande kommen oder der Krieg tatsächlich beendet werden soll, muss es verbindliche Garantien geben, dass aggressive Handlungen gegen Iran nicht erneut wiederholt werden“, zitierte die einflussreiche Zeitung „Shargh“ Irans Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi.

Humanitäre Folgen und kulturelle Zerstörungen

Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen im Iran sind nach aktuellen Angaben des Roten Halbmonds bereits rund 16.000 Wohnungen vollständig zerstört oder erheblich beschädigt worden. Zusätzlich seien mehr als 3.300 gewerbliche Geschäftseinheiten in Mitleidenschaft gezogen worden, teilte die iranische Rothalbmondgesellschaft über den Messenger-Dienst Telegram mit. Die iranische Bevölkerung lebt bereits seit mehr als einer Woche unter permanenten Kriegsbedingungen mit ständigen Angriffen und Gegenangriffen.

Neun wichtige Krankenhäuser mussten infolge der schweren Luftangriffe ihren Betrieb vollständig einstellen. Sollte der Krieg andauern, reichen Irans strategische Medikamentenvorräte nach aktuellen Schätzungen für mindestens sechs Monate, berichtete die Nachrichtenagentur Ilna unter Berufung auf den Parlamentsabgeordneten Mohammed Dschamalian. Bei einigen lebenswichtigen Medikamenten und medizinischen Mitteln herrschen jedoch bereits jetzt kritische Engpässe. Landesweit werden derzeit etwa 1.400 Verletzte stationär in Krankenhäusern behandelt.

Nach offiziellen Angaben der Regierung in Teheran wurde auch ein bedeutendes Unesco-Welterbe schwer beschädigt. In der berühmten Kulturmetropole Isfahan im Landeszentrum wurde der historische Tschehel-Sotun-Palast in Mitleidenschaft gezogen, wie von der Regierung veröffentlichte Aufnahmen deutlich zeigen. Bilder in sozialen Medien zeigten zudem massive Rauchwolken unmittelbar in der Nähe der weltbekannten Schah-Abbas-Moschee am „Naghsch-e-Dschahan“, dem zentralen Platz in Isfahan, einem der wichtigsten Wahrzeichen der persischen Kultur und Geschichte.

Internationale Verwicklungen und regionale Auswirkungen

Bei den jüngsten Militärschlägen in der gesamten Region wurde auch der von deutschen Soldaten genutzte Einsatzstandort Al-Asrak in Jordanien von mehreren Raketen beschossen. Dabei sei auch der deutsche Teil des Camps getroffen worden, bestätigte ein Sprecher des Operativen Führungskommandos der Bundeswehr. Es werde noch intensiv untersucht, ob es sich um Trümmerteile oder eine gezielt anfliegende Rakete gehandelt habe. Die deutschen Soldaten befänden sich in speziellen Schutzbauten oder in dezentraler Unterkunft in Sicherheit und seien nach aktuellem Stand wohlauf.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu rief die iranische Bevölkerung erneut eindringlich auf, für einen grundlegenden Machtwechsel im Land zu sorgen. „Unser strategisches Ziel ist es, das iranische Volk dazu zu bewegen, das schwere Joch der Tyrannei endgültig abzuwerfen, letztendlich hängt dies jedoch von ihnen selbst ab“, sagte er nach offiziellen Angaben seines Büros. Es gebe keinen Zweifel, dass man der Führung in Teheran „mit den bisherigen Maßnahmen die Knochen“ breche, so Netanjahu weiter.

Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf erklärte dagegen entschieden, sein Land strebe derzeit keinen Waffenstillstand an und sei zu weiteren militärischen Auseinandersetzungen bereit. Diese konträren Positionen verdeutlichen die tiefen Gräben zwischen den Konfliktparteien und lassen ein schnelles Ende der Kampfhandlungen derzeit unwahrscheinlich erscheinen.