Trump droht Iran mit Hölle: Ultimatum für Straße von Hormus läuft ab
US-Präsident Donald Trump hat mit drastischen Worten und mehrfachen Ultimaten auf die Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus durch den Iran reagiert. Die Meerenge, durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs transportiert wird, ist seit Anfang März praktisch geschlossen, was zu einem sprunghaften Anstieg der Energiepreise geführt hat.
Chronologie der Eskalation
Die Situation entwickelte sich in den letzten Wochen dramatisch:
- Anfang März: Nach iranischen Angriffen auf Schiffe kommt der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus zum Erliegen. Die Weltmarktpreise für Öl und Gas steigen explosionsartig.
- 15. März: Trump fordert die Nato-Partner mit drastischen Worten zur Unterstützung bei der Sicherung der Öltransporte auf und warnt vor einer "sehr schlechten" Zukunft für das Bündnis.
- 16. März: Europäische Nato-Partner wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien lehnen einen Einsatz ab. Ein Sprecher der Bundesregierung betont: "Dieser Krieg hat mit der Nato nichts zu tun."
- 21. März: Trump setzt dem Iran ein erstes Ultimatum: Innerhalb von 48 Stunden soll die Meerenge "ohne Drohungen" geöffnet werden, andernfalls droht er mit Angriffen auf iranische Kraftwerke.
- 23. März: Der US-Präsident gewährt überraschend Aufschub und ordnet an, fünf Tage lang keine Angriffe auf die iranische Energieinfrastruktur zu fliegen - angeblich aufgrund "produktiver Gespräche". Der Iran dementiert diese Darstellung.
Wiederholte Ultimaten und scharfe Rhetorik
Trumps Vorgehen ist von teils widersprüchlichen Aussagen geprägt. Während er zunächst die Nato-Partner als "FEIGLINGE" beschimpft und ihnen vorwirft, nicht bei der Sicherung der Meerenge zu helfen, betont er später, die USA bräuchten deren Unterstützung gar nicht. Seine Rhetorik gegenüber der iranischen Führung wird zunehmend schärfer: Er bezeichnet sie als "verrückte Mistkerle" und "verrückte Ajatollahs".
Am 5. April verschärft Trump seine Drohungen erneut: "Öffnet die verdammte Straße, ihr verrückten Mistkerle, oder ihr werdet in der Hölle landen", schreibt er auf seiner Plattform Truth Social. Nur wenige Stunden später scheint er sein Ultimatum jedoch bereits zum dritten Mal zu verschieben und gibt Teheran bis Dienstagabend Zeit.
Wirtschaftliche Auswirkungen und iranische Position
Die Blockade der Straße von Hormus hat erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen:
- Der Benzinpreis in den USA stieg von knapp drei Dollar auf vier Dollar pro Gallone - ein Anstieg von über einem Drittel in einem Wahljahr.
- Der Ölpreis für die Nordseesorte Brent kletterte von etwa 70 Dollar vor dem Krieg auf aktuell 111 Dollar je Barrel - eine Zunahme von mehr als 50 Prozent.
Der Iran lehnt Trumps Ultimaten kategorisch ab. Ein Vertreter des iranischen Präsidenten erklärte, die Meerenge werde erst dann wieder geöffnet, "wenn im Rahmen einer neuen Rechtsordnung die Schäden des aufgezwungenen Kriegs vollständig aus einem Teil der Transitgebühren kompensiert werden". Teheran beansprucht die Kontrolle über die gesamte Passage und plant ein Mautsystem für die Durchfahrt.
Trump versucht indessen, die Bedeutung der Krise für die USA herunterzuspielen. Bei einer Rede an die Nation betonte er, die USA hätten mit dem Problem "nichts zu tun" und importierten nur wenig Öl über die Meerenge. Gleichzeitig räumte er ein, dass alle Länder - einschließlich der USA - vom Weltmarktpreis des Rohstoffs abhängig seien.



