Trump stellt Nato vor Ultimatum im Konflikt mit dem Iran
In einer scharfen Ansprache hat US-Präsident Donald Trump die Nato-Verbündeten aufgefordert, sich an der Sicherung der strategisch wichtigen Straße von Hormus zu beteiligen. In einem Interview mit der Financial Times drohte er mit einer düsteren Zukunft für das Militärbündnis, falls die Partner der USA ihre Unterstützung verweigern sollten. "Sollte es keine Reaktion geben oder sollte die Reaktion negativ ausfallen, wird dies, denke ich, sehr schlecht für die Zukunft der Nato sein", wurde Trump zitiert. Diese Aussagen unterstreichen die angespannte Lage im Iran-Krieg, der nun in seine dritte Woche geht.
Schiffsverkehr in der Straße von Hormus zum Erliegen gekommen
Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus, einer lebenswichtigen Wasserstraße für den internationalen Transport von Öl und Flüssiggas, ist aufgrund des Krieges und drohender iranischer Angriffe praktisch zum Stillstand gekommen. Laut dem Wall Street Journal plant die US-Regierung, noch in dieser Woche die Bildung einer Koalition bekanntzugeben, die Schiffe durch die Meerenge eskortieren soll. Diskussionen laufen darüber, ob diese Einsätze vor oder nach einem möglichen Kriegsende beginnen sollen. Trump betonte, es sei "nur angemessen, dass diejenigen, die von der Meerenge profitieren, dazu beitragen, dass dort nichts Schlimmes passiert", und verwies auf die Abhängigkeit Chinas und Europas von Öl aus der Region.
Deutschland lehnt Militäreinsatz ab
Bundeskanzler Friedrich Merz hat einem deutschen Militäreinsatz in der Straße von Hormus eine klare Absage erteilt. "Für mich gibt es im Augenblick keine Veranlassung, über eine militärische Absicherung der Seewege nachzudenken", erklärte der CDU-Vorsitzende. Deutschland sei nicht Teil dieses Krieges und wolle es auch nicht werden. Diese Haltung steht im Kontrast zu Trumps Forderungen, die Verbündeten sollten Minensuchboote entsenden und bei der Bekämpfung iranischer Küstenakteure helfen.
Kriegsgeschehen im Iran und der Region eskaliert
Derweil geht der Krieg im Iran unvermindert weiter. In Teheran wurden neue Angriffswellen gemeldet, mit Explosionen in mehreren Stadtteilen. Die Bevölkerung ist seit über zwei Wochen vom Internet abgeschnitten, was die Informationslage erschwert. Zudem gab es einen Drohneneinschlag auf dem Flughafen von Dubai, bei dem ein Treibstofflager in Flammen aufging, jedoch ohne Verletzte. Israel wurde erneut mit Raketen aus dem Iran beschossen, während iranische Streitkräfte nach eigenen Angaben 700 Raketen und 3.600 Kamikazedrohnen eingesetzt haben.
Internationale Reaktionen und regionale Konflikte
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron appellierte an seinen iranischen Amtskollegen Massud Peseschkian, die Angriffe auf Länder in der Region sofort zu stoppen. Im Libanon flammten die Kämpfe zwischen der Hisbollah-Miliz und Israel wieder auf, wobei Friedenstruppen unter Beschuss gerieten. Trump zeigte sich pessimistisch, ob die Nato-Partner seinen Appellen folgen werden, und erinnerte an die US-Hilfe in der Ukraine. "Jetzt werden wir sehen, ob sie uns helfen", sagte er und betonte die asymmetrische Beziehung innerhalb des Bündnisses.



