Trump erhöht den Druck auf den Iran, während die Waffenruhe auf der Kippe steht
Die angespannte Lage im Nahen Osten spitzt sich weiter zu. US-Präsident Donald Trump hat dem Iran Berichten zufolge nur noch wenige Tage Zeit eingeräumt, um einen konkreten Vorschlag zur Beendigung des Krieges vorzulegen. Teheran hingegen sieht sich in einer Position der Stärke, vor allem durch die anhaltende Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus, die für die Weltwirtschaft von entscheidender Bedeutung ist.
Vermittlerstaaten drängen auf neue Gespräche
Vermittlerstaaten wie die Türkei, Pakistan und Ägypten setzen sich nach Informationen des Wall Street Journal intensiv dafür ein, ein neues Treffen zwischen den USA und dem Iran zu arrangieren, möglicherweise bereits an diesem Freitag. Beide Seiten haben jedoch deutlich gemacht, dass sie bereit sind, die Kämpfe jederzeit wieder aufzunehmen, falls die Verhandlungen scheitern sollten.
Trump ist laut Meldungen von Axios und Fox News bereit, die Waffenruhe um drei bis fünf Tage zu verlängern, allerdings nur unter der Bedingung, dass der Iran konstruktive Vorschläge unterbreitet. Seine Sprecherin Karoline Leavitt betonte, dass Trump zwar keine feste Frist gesetzt habe, aber den Zeitplan klar vorgebe. Aus Teheran kommt dagegen eine klare Absage: Ein Berater des Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf schrieb auf X, dass die Verliererseite keine Bedingungen diktieren könne.
Die Straße von Hormus als zentraler Konfliktherd
Die jüngsten iranischen Angriffe auf Frachter in der Straße von Hormus unterstreichen, dass Teheran die Kontrolle über diese lebenswichtige Meerenge behauptet. Die New York Times berichtet, dass diese Aktionen die Belastung für die Weltwirtschaft weiter verschärfen könnten. Das Weiße Haus hingegen spielt die Vorfälle herunter und bezeichnet die iranische Marine als weitgehend zerstört. Leavitt nannte die iranischen Schnellboote eine Bande von Piraten und bestritt, dass Teheran die Straße von Hormus tatsächlich kontrolliere.
Trump hatte die Öffnung der Meerenge zur Bedingung für die Waffenruhe gemacht, hält aber gleichzeitig an der US-Seeblockade gegen iranische Häfen fest. Experten wie Danny Citrinowicz warnen, dass Zeit und Druck den Iran nicht zum Einlenken zwingen werden. Stattdessen positioniere sich Teheran für eine Eskalation, die die globalen wirtschaftlichen Kosten eines Konflikts weiter in die Höhe treiben könnte.
Experten warnen vor einer Sackgasse ohne politisches Ziel
Richard Fontaine vom Center for a New American Security (CNAS) beschreibt den Konflikt als einen Wirtschaftskrieg, der sich auf die Straße von Hormus konzentriert. Die Blockade iranischer Häfen und der Entzug von Öleinnahmen seien für die USA effektiver als militärische Drohungen. Allerdings belaste der Iran mit seiner Gegenblockade die Weltwirtschaft und setze darauf, die Folgen länger auszuhalten als der Rest der Welt.
Citrinowicz betont, dass die US-Regierung früher oder später vor der Wahl zwischen Eskalation und Zugeständnissen stehen werde. Ein begrenzter Militärschlag werde den Iran kaum zur Kapitulation bewegen, sondern eher eine weitere Eskalation auslösen. Druck ohne politisches Ziel sei eine Strategie ohne Ausweg, die in einen endlosen Konflikt münden könne.
Atomthema und regionale Spannungen bleiben ungelöst
Der regierungstreue iranische Sender Press TV stellt klar, dass das Atomthema für Teheran vom Tisch ist. Der Iran habe gelernt, unter maximalem Sanktionsdruck zu überleben, und werde sich weigern, an Gesprächen teilzunehmen, solange die USA die Atomfrage ansprechen. Israel, das den Krieg gemeinsam mit den USA begonnen hat, besteht jedoch darauf, dass der Iran sein Atom- und Raketenprogramm nicht zur Bedrohung Israels nutzen darf.
Unterdessen kommen Israel und der Libanon erneut zu Gesprächen in Washington zusammen, um den Konflikt mit der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz zu beenden. Trotz einer zehntägigen Waffenruhe kommt es im Südlibanon weiter zu tödlichen Zwischenfällen, darunter ein Luftangriff, bei dem drei Menschen, darunter eine Journalistin, getötet wurden. Die Hisbollah hat erklärt, dass sie sich nicht mehr an die Waffenruhe gebunden fühlt, was die Lage zusätzlich destabilisiert.
Die US-Botschaft in Beirut warnt amerikanische Staatsbürger dringend, das Land zu verlassen, da die Sicherheitslage komplex und unberechenbar bleibt. Die Zukunft der Waffenruhe und die Aussichten auf eine dauerhafte Friedenslösung scheinen mehr denn je ungewiss.



