Trump plant offenbar Truppenverlegungen als Vergeltung für mangelnde NATO-Unterstützung
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump erwägt einem Bericht des Wall Street Journal zufolge, amerikanische Truppen aus bestimmten NATO-Staaten abzuziehen, die im Krieg gegen Iran als unzureichend unterstützend bewertet wurden. Die Soldaten könnten demnach in Länder verlegt werden, die die US-Militäraktion stärker befürwortet hätten. Dieser Vorschlag befinde sich noch in einem frühen Stadium, würde aber Trumps jüngste Drohungen eines vollständigen NATO-Austritts deutlich unterschreiten.
Deutschland und Spanien im Fokus des amerikanischen Unmuts
Als konkrete Beispiele für Staaten, die in Washington Unmut verursacht hätten, nennt das Wall Street Journal Spanien und Deutschland. Spanien habe US-Flugzeugen, die an der Iran-Operation beteiligt gewesen seien, die Nutzung seines Luftraums verweigert. Auch die kritische Haltung Deutschlands gegenüber Trumps Kriegsführung habe zu Frustration in der US-Regierung geführt. Der Plan könnte neben Truppenverlegungen auch die Schließung von US-Stützpunkten in diesen Ländern beinhalten. Profitieren könnten laut dem Bericht osteuropäische NATO-Mitglieder wie Polen, Rumänien, Litauen und Griechenland.
Brüchige Waffenruhe und anhaltende Gewalt im Nahen Osten
Parallel zu diesen politischen Überlegungen erweist sich die von Trump verkündete Waffenruhe im Irankrieg als äußerst instabil. Trotz der Vereinbarung meldet Teheran weiterhin Angriffe auf mehrere Orte im Land, und auch aus Kuwait sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten gibt es Berichte über anhaltende Attacken. Das israelische Militär führt zudem intensive Angriffe auf Ziele im Libanon durch, bei denen laut libanesischem Gesundheitsministerium mindestens 182 Menschen an einem einzigen Tag getötet wurden. Trump betonte, dass die Waffenruhe den Libanon explizit nicht einschließe.
Iran schränkt Schifffahrt in der Straße von Hormus erneut ein
Als Reaktion auf die israelischen Angriffe im Libanon hat Iran den Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Straße von Hormus erneut eingeschränkt. Die iranischen Revolutionswächter warnten Schiffe davor, die Meerenge ohne vorherige Abstimmung zu passieren, und verwiesen auf Minengefahren. Das iranische Staatsfernsehen meldete sogar eine vollständige Schließung, während andere Quellen von kontrollierten, sicheren Passagen sprechen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) begrüßte die Feuerpause und versprach deutsche Hilfe zur Sicherung der Wasserstraße, ließ jedoch Details offen.
Missverständnisse und gegenseitige Vorwürfe belasten die Verhandlungen
US-Vizepräsident JD Vance äußerte die Vermutung, dass es bei den Waffenruhen-Verhandlungen zu einem Missverständnis gekommen sei. Die iranische Seite habe offenbar angenommen, dass die Vereinbarung auch den Libanon einschließe, was jedoch nie zugesagt worden sei. Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf erklärte seinerseits, die Waffenruhe sei bereits in drei Punkten verletzt worden, darunter durch die Angriffe im Libanon und das Eindringen einer Drohne in den iranischen Luftraum. Diese Entwicklungen werfen ernste Fragen zur Nachhaltigkeit der vereinbarten Feuerpause auf.
Israel signalisiert weiterhin Kampfbereitschaft
Israels Premierminister Benjamin Netanyahu betonte in einer Videobotschaft, dass sein Land jederzeit bereit sei, die Kämpfe wieder aufzunehmen. Der Finger liegt am Abzug, so Netanyahu, der die Waffenruhe lediglich als Zwischenstation auf dem Weg zur Erreichung aller israelischen Ziele bezeichnete. Diese Aussagen unterstreichen die angespannte Lage in der Region, die trotz diplomatischer Bemühungen von anhaltender Gewalt und politischen Spannungen geprägt bleibt.



