Trump erwartet langen Militäreinsatz gegen Iran
US-Präsident Donald Trump rechnet mit einem wochenlangen Militäreinsatz gegen den Iran und warnt vor weiteren Todesopfern in den Reihen der US-Armee. In einem Interview mit der britischen Zeitung „Daily Mail“ sagte Trump am Sonntag, der Einsatz werde „vier Wochen dauern – oder weniger“, da der Iran ein „großes Land“ sei. Diese Aussage unterstreicht die erwartete Dauer der militärischen Auseinandersetzung.
Eskalation der Gewalt im Nahen Osten
Die USA und Israel hatten am Samstagmorgen nach wochenlangen Drohungen mit massiven Luftangriffen auf den Iran begonnen. Das iranische Staatsfernsehen bestätigte am Sonntag den Tod des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei. Laut israelischen Angaben wurden insgesamt 40 ranghohe Vertreter der iranischen Führung getötet, während Trump von 48 getöteten Mitgliedern der Führungsspitze sprach.
Unter den Toten sind nach iranischen Medienberichten der Generalstabschef der iranischen Streitkräfte, Abdolrahim Mussawi, der Anführer der Revolutionsgarden, Mohammed Pakpur, und der Vorsitzende des Nationalen Verteidigungsrates, Ali Schamchani. Ebenfalls getötet wurden Verteidigungsminister Asis Nasirsadeh, Polizeigeheimdienstchef Gholamresa Resaian sowie Chameneis Tochter, deren Ehemann und Tochter.
Internationale Reaktionen und weitere Angriffe
Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu kündigte am Sonntag eine Verstärkung der Angriffe auf den Iran an. Am Montag erklärte die israelische Armee, die Luftwaffe habe „eine weitere Welle von Angriffen“ in Teheran begonnen. Zudem mobilisierte Israel fast 100.000 Reservisten.
Die US-Armee zerstörte nach eigenen Angaben das Hauptquartier der iranischen Revolutionsgarden, während die israelische Armee einen „schweren Schlag“ gegen „dutzende“ militärische Kommando- und Kontrollzentren des Iran meldete. Es gab mehr als 30 israelische Angriffe auf iranische Luftverteidigungs- und Raketenstellungen.
Hisbollah greift Israel an
Zugleich griff die pro-iranische Hisbollah-Miliz Israel aus dem Libanon mit Raketen und Drohnen an. Die israelische Armee erklärte, ein aus dem Libanon abgefeuertes Geschoss abgefangen zu haben, und reagierte mit Angriffen auf Hisbollah-Ziele „überall im Libanon“. In Beirut waren laute Explosionen zu hören, und libanesische Staatsmedien berichteten von Angriffen auf südliche Stadtteile der Hauptstadt.
Der libanesische Regierungschef Nawaf Salam bezeichnete die Angriffe aus dem Süden des Landes auf Israel als „unverantwortliche und verdächtige Handlung, die die Sicherheit und Stabilität des Libanon gefährdet“.
Vergeltungsangriffe und internationale Unterstützung
Der Iran verübte am Samstag und Sonntag Vergeltungsangriffe auf US-Militärstützpunkte in der Golfregion. In Kuwait starb mindestens ein Mensch, in den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden drei Menschen durch iranische Geschosse getötet. Die Golfstaaten kündigten in einer gemeinsamen Erklärung Gegenmaßnahmen an, „einschließlich der Option, auf die Aggression zu antworten“.
Das US-Außenministerium bezeichnete die Angriffe auf die Golfstaaten in einer gemeinsamen Erklärung mit Bahrain, Jordanien, Kuwait, Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten als „rücksichtsloses und destabilisierendes Verhalten“.
Europäische und britische Position
Großbritannien erlaubt den USA die Nutzung britischer Stützpunkte für „defensive“ Angriffe zur Zerstörung iranischer Raketen und Raketen-Abschussrampen, wie Premierminister Keir Starmer erklärte. Zuvor hatten Deutschland, Frankreich und Großbritannien in einer gemeinsamen Erklärung das „Ermöglichen verhältnismäßiger militärischer Defensivmaßnahmen“ nicht ausgeschlossen.
Das britische Verteidigungsministerium meldete einen mutmaßlichen Drohnenangriff auf einen Armeestützpunkt auf Zypern, während die Bundeswehr bereits den Beschuss von Bundeswehr-Stützpunkten im Irak und in Jordanien gemeldet hatte.
Neue Führung im Iran und Drohungen
Für die Übergangsphase im Iran wurde ein dreiköpfiges Führungsgremium bestimmt, das laut Staatsmedien am Sonntag die Arbeit aufnahm. Ihm gehören Präsident Massud Peseschkian, Ayatollah Aliresa Arafi und Justizchef Gholamhossein Mohseni Edschei an. Präsident Peseschkian bezeichnete die Tötung Chameneis als „offene Kriegserklärung an die Muslime“.
Der einflussreiche Sicherheitsratschef Ali Laridschani drohte mit beispiellosen Angriffen auf Israel und die US-Armee. In Teheran demonstrierten tausende Anhänger der iranischen Führung und riefen „Tod den USA“ und „Tod Israel“.
Trumps Reaktion und wirtschaftliche Auswirkungen
Trump bezeichnete Chameneis Tod als „Gerechtigkeit“ für alle, „die von Chamenei und seiner Bande blutrünstiger Gangster getötet oder verstümmelt wurden“. Später erklärte der US-Präsident, er sei bereit, mit der neuen Führung in Teheran zu sprechen.
Angesichts der Eskalation im Nahen Osten und dem Erliegen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus stiegen die Ölpreise stark an. An den Börsen in Asien schoss der Preis für ein Barrel Rohöl der Sorte Brent um etwa 13 Prozent auf etwas unter 79 Dollar.



