Trump plant Lazarettschiff-Einsatz in Grönland - Spannungen mit Dänemark drohen
Trump schickt Lazarettschiff nach Grönland - Dänemark alarmiert

Trump will US-Lazarettschiff nach Grönland entsenden

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, ein Lazarettschiff der US-Marine nach Grönland zu schicken. In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social erklärte er, das Schiff solle bei der Versorgung von Kranken helfen, die auf der Arktisinsel keine medizinische Hilfe erhalten würden. „Es ist auf dem Weg!!!“, schrieb Trump und bezeichnete das Schiff als „toll“, ohne jedoch weitere Einzelheiten zu nennen.

Spannungen mit Dänemark drohen

Diese Ankündigung könnte neue Spannungen im Verhältnis zum Nato-Partner Dänemark auslösen. Grönland gehört zum Königreich Dänemark, und Trumps wiederholte Drohungen, die strategisch bedeutende Insel notfalls auch mit Gewalt zu annektieren, hatten in den vergangenen Wochen bereits zu Verwerfungen zwischen Europa und den USA geführt. Europäische Länder wie Deutschland, Großbritannien und Frankreich haben sich im Konflikt hinter Dänemark und Grönland gestellt.

Unklare Abstimmung und medizinische Notwendigkeit

Es bleibt zunächst unklar, ob die geplante Entsendung des Lazarettschiffs mit der dänischen Regierung oder der weitgehend autonomen Regierung Grönlands abgestimmt war. Auch der Zeitrahmen ist undurchsichtig: Während Trump behauptet, das Schiff sei bereits unterwegs, dauert es normalerweise einige Zeit, ein Lazarettschiff mit voller Personalstärke auszustatten. Im Regelbetrieb befindet sich nur eine minimale Besatzung an Bord.

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Auf dem riesigen Gebiet Grönlands leben nur knapp 57.000 Menschen. Zuletzt gab es keine Berichte über einen großen medizinischen Bedarf, der die Entsendung eines Lazarettschiffs als notwendig erscheinen ließe. In Grönland ist das Krankenhaus Königin Ingrid in der Hauptstadt Nuuk für kompliziertere Fälle zuständig, und in Einzelfällen werden Patienten für aufwendigere Eingriffe nach Dänemark ausgeflogen.

Einsatzgeschichte der Lazarettschiffe

Das US-Militär betreibt zwei große Lazarettschiffe, die normalerweise nach Naturkatastrophen wie massiven Erdbeben oder verheerenden Hurrikans für Hilfseinsätze in betroffene Gebiete verlegt werden. In der Hochphase der Corona-Pandemie kamen sie zeitweise auch in US-Häfen zum Einsatz. Die Lazarettschiffe haben nach Angaben der Marine eine Kapazität von jeweils rund 1.000 Krankenhausbetten, davon 80 Betten auf der Intensivstation.

Politische Hintergründe und Verhandlungen

Die Regierungen in Kopenhagen und Nuuk lehnen eine Annexion durch die Vereinigten Staaten entschieden ab. Inzwischen haben sie Gespräche mit Trumps Regierung aufgenommen, mit dem Ziel, einen Kompromiss zu finden. Die Ankündigung des Lazarettschiff-Einsatzes könnte diese diplomatischen Bemühungen beeinträchtigen und die bereits angespannten Beziehungen weiter belasten.

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