Trump verkündet neue Militärkoalition gegen Drogenkartelle bei Gipfel in Florida
US-Präsident Donald Trump hat bei einem Treffen mit zahlreichen Regierungschefs aus Lateinamerika und der Karibik eine neue »Militärkoalition zur Ausrottung der kriminellen Kartelle« angekündigt. Das Treffen fand am Samstag in Doral, unweit von Miami im US-Bundesstaat Florida, statt und trug den Namen »Schild Amerikas«.
Kern der Vereinbarung ist militärische Gewalt
Trump betonte, dass der Kern der Vereinbarung der Wille sei, »tödliche militärische Gewalt einzusetzen, um die finsteren Kartelle und terroristischen Netzwerke zu zerstören«. Er verglich die Initiative mit der Koalition gegen die Terrororganisation »Islamischer Staat« im Nahen Osten und erklärte: »So wie wir eine Koalition gebildet haben, um IS zu vernichten, müssen wir jetzt dasselbe tun, um die Kartelle zu Hause zu vernichten.«
Vertreter von mehr als einem Dutzend Staaten hätten sich der »Amerikas Koalition gegen Kartelle« angeschlossen. Zur Sonderbeauftragten für die Initiative ernannte Trump die Republikanerin Kristi Noem, die er am Donnerstag zuvor ihres Amtes als Heimatschutzministerin enthoben hatte. Noem erklärte, sie beabsichtige, die Drogenkartelle zu zerschlagen.
Nur befreundete Länder nehmen teil
An dem Treffen nahmen Vertreter von zwölf Ländern in Lateinamerika und der Karibik teil, die Trump nahestehen. Unter den Gästen waren der ultraliberale argentinische Präsident Javier Milei und der Präsident von El Salvador, Nayib Bukele. Nicht vertreten waren jedoch die bevölkerungsreichsten Länder der Region:
- Brasilien
- Mexiko
- Kolumbien
Diese Staaten haben linksgerichtete Regierungen. Vor allem die mexikanischen Drogenkartelle sind für die Einfuhr von Drogen in die USA verantwortlich. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum hat einen direkten Einsatz des US-Militärs in ihrem Land im Kampf gegen die Drogenkriminalität ausgeschlossen. Trump kommentierte dies mit den Worten: »Die Kartelle regieren Mexiko, wir können sie nicht dulden.«
Trump kritisiert verfeindete Staaten
Der US-Präsident nutzte das Treffen auch, um gegen verfeindete Staaten in der Region auszuteilen. Er stellte erneut ein baldiges Ende der kommunistischen Regierung in Kuba in Aussicht und sagte: »Ich werde mich um Kuba kümmern. Kuba befindet sich in den letzten Momenten seines Lebens.« Trump kündigte »große Veränderungen« in dem Inselstaat an und kritisierte dessen Regime als »schlechte Philosophie«.
Trumps Regierung hatte bereits in ihrer nationalen Sicherheits- und Verteidigungsstrategie hervorgehoben, die eigenen Interessen in der westlichen Hemisphäre priorisieren zu wollen. Damit ist meist der Doppelkontinent Amerika samt umliegenden Inseln gemeint. Trump bekräftigte zuletzt mehrfach den Anspruch seines Landes auf die Vorherrschaft in dieser Region.
Die Initiative »Schild Amerikas« markiert einen weiteren Schritt in Trumps Kampf gegen Drogenkartelle, bleibt jedoch aufgrund der Abwesenheit wichtiger regionaler Akteure wie Mexiko und Brasilien umstritten. Die fehlende Beteiligung dieser Länder könnte die Effektivität der Koalition erheblich beeinträchtigen, da sie Schlüsselstaaten im Kampf gegen den Drogenhandel sind.



