Peking – Der Gastgeber scheute keine Mühen beim Pomp: Beim China-USA-Gipfel marschierten Xi Jinping (72) und Donald Trump (79) gut gelaunt durch einen Garten in der Verbotenen Stadt in Peking. Tanzende Kinder begrüßten Trump, Salutschüsse hallten, und auf roten Teppichen schritten die Präsidenten an Ehrengarden vorbei. Doch hinter verschlossenen Türen wurde hart taktiert. Was passierte wirklich beim Treffen des Jahres? BILD beantwortet die vier wichtigsten Fragen!
Erhielt China grünes Licht für Taiwan-Attacke?
Peking betrachtet die von den USA unterstützte, demokratisch regierte Insel Taiwan als Teil Chinas. Der KP-Chef erklärte die Taiwan-Frage zur „wichtigsten“ in den Beziehungen zwischen den USA und China. Sollte sie nicht „richtig adressiert“ werden, drohten beiden Ländern „Konflikte“, warnte er. Es waren die deutlichsten Worte des Gipfels! Und Trump hat sie gehört: Bei der Freigabe eines geplanten US-Militärhilfepakets (14 Mrd. Dollar) für Taiwan wolle er noch „überlegen“. „Schon der Eindruck von Zögern kann in Peking als Schwäche gelesen werden“, sagt China-Experte David Sacks zu BILD: „Wenn Trump die Taiwan-Hilfe zur Verhandlungsmasse macht, wäre das ein gefährliches Signal!“ Die Kriegsgefahr könnte steigen.
Wird Xi Trump wirklich beim Iran helfen?
Trump deutete an: China wolle bei der blockierten Ölroute durch die Straße von Hormus helfen. Er zitierte Xi so: „Er sagte: Wenn ich irgendwie helfen kann, würde ich gern helfen!“ Trump verwies auch auf Chinas Eigeninteressen: Rund 40 Prozent der chinesischen Ölimporte kommen aus der Golfregion. Doch es bleibt fraglich, ob Xi das Mullah-Regime in Teheran wirklich zur Räson bringen kann – oder will. „China hat nicht die Marinefähigkeiten, um in der Straße von Hormus militärisch wirklich sinnvoll helfen zu können“, sagt Sicherheitsexperte Jonathan Schroden zu BILD. „Aber Peking könnte seinen Einfluss in Teheran nutzen, damit der Iran bei der Minenräumung kooperiert und Handelsschiffe wieder durchlässt!“
Hat Boeing wirklich 200 Jets verkauft?
Trump war mit der finanzstärksten Wirtschaftsdelegation aller Zeiten nach Peking gereist. Mit dabei: Top-CEOs wie Elon Musk (54, Tesla, SpaceX), Tim Cook (65, Apple) und Jensen Huang (63, Nvidia). Zusammen repräsentierten sie einen Börsenwert ihrer Firmen von rund 15 Billionen Dollar. Laut Trump sagte China den Kauf von 200 Boeing-Flugzeugen zu. Nur: Eine Bestätigung aus Peking fehlte zunächst. Investoren hatten sogar auf eine Bestellung von 500 Maschinen gehofft. Boeings Aktie sackte um vier Prozent ab. Trump behauptete zudem, China werde „hunderte Milliarden Dollar“ in US-Techfirmen investieren und landwirtschaftliche Produkte kaufen. Auch dazu gab es zunächst keinen Kommentar aus Peking.
Und wer wirkte am Ende stärker?
Laut Chinaexperte Sacks hätten beide erreicht, was sie wollten, mit einem leichten Punktesieg für Xi: „Trump bekam Bilder, Pomp und Wirtschafts-Schlagzeilen, doch Xi wirkte strategisch stärker, weil er sein zentrales Ziel erreichte: China auf Augenhöhe mit den USA zu inszenieren!“ Trump selbst sprach sogar von einer „G-2“ – einer eigenen Liga zweier Supermächte. Genau diese Formulierung dürfte Peking gefallen haben.



