Trumps Friedensrat: Die Geburtsstunde eines umstrittenen Gremiums
Washington – In einer feierlichen Zeremonie am U.S. Institute of Peace in Washington hat US-Präsident Donald Trump (79) den neuen Friedensrat („Board of Peace“) offiziell ins Leben gerufen. Mehr als zwanzig Staats- und Regierungschefs aus aller Welt versammelten sich zur Inauguration dieses ambitionierten Projekts, das offiziell Teil des Gaza-Friedensplans ist, aber weit größere Ziele verfolgt.
Ambitionen und Skepsis: Ein Gremium mit globalem Anspruch
Trump erklärte bei der Eröffnung, das Gremium solle globale Konflikte lösen – und dabei „der UN über die Schulter schauen“. Diese Aussage nährte Befürchtungen über eine Art „Parallel-UN“, die außerhalb der etablierten internationalen Strukturen operieren könnte. Viele westliche Nationen, darunter Deutschland, lehnten eine Teilnahme an dem Friedensrat konsequent ab und schickten stattdessen nur Beobachter zur Zeremonie.
Das Gruppenfoto: Ein einzigartiges diplomatisches Panorama
Das offizielle Gruppenfoto der Gründungszeremonie zeigt ein faszinierendes und buntes Gemisch an Nationen. Die US-Delegation dominiert das Bild deutlich: Präsident Trump wird flankiert von Außenminister Marco Rubio (54, rechts vom Betrachter aus gesehen) und Vizepräsident JD Vance (41, links). Neben Rubio steht Stabschefin Susie Wiles (68), gefolgt von Trumps Schwiegersohn und Krisen-Emissär Jared Kushner (45).
Die internationale Besetzung ist ebenso bemerkenswert wie vielfältig: Alexander Lukaschenko (71), der umstrittene Präsident von Belarus, positionierte sich direkt neben Kushner. Albaniens Premierminister Edi Rama (61) erhielt einen prominenten Platz hinter Trump, während Ägyptens Premierminister Mostafa Kamal Madbouly (59) rechts neben ihm steht. Armeniens Premierminister Nikol Paschinjan (50) ist auf der linken Seite zu sehen.
Trumps internationale Verbündete: Von Orbán bis Milei
Die internationalen „MAGA“-Verbündeten des US-Präsidenten mussten sich mit Positionen an den Flängen des Gruppenfotos begnügen. Ganz rechts steht Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán (62), links von ihm der vietnamesische Präsident Tô Lâm (68). Argentiniens Präsident Javier Milei (55) positionierte sich als Zweiter von links in der ersten Reihe, direkt neben Indonesiens Präsident Prabowo Subianto (74).
Weitere Teilnehmer in der ersten Reihe sind Usbekistans Präsident Schawkat Mirsijojew (68), Kasachstans Präsident Kassym-Jomart Tokajew (72) sowie Bahrains König Hamad bin Isa al-Khalifa (76). Eine besondere Erwähnung verdient Kosovos Präsidentin Vjosa Osmani (43) – sie ist die einzige Staatschefin auf dem Gruppenfoto und positionierte sich neben Lukaschenko in der ersten Reihe.
Die zweite Reihe und abwesende Nationen
In der zweiten Reihe fanden sich weitere bedeutende Persönlichkeiten ein: Links hinter Kushner nahm Israels Außenminister Gideon Sa’ar Aufstellung, während Saudi-Arabiens Außenminister Adel al-Jubeir (64) den Beginn der rechten Seite der zweiten Reihe markierte.
Auffällig abwesend blieben viele traditionelle westliche Verbündete der USA. Deutschland schickte lediglich den Diplomaten Christian Buck, Leiter der Politischen Abteilung 3 des Auswärtigen Amts, als Beobachter zur Zeremonie. Auf das offizielle Gruppenfoto durften jedoch ausschließlich Staats- und Regierungschefs der teilnehmenden Nationen – ein deutliches Signal der Distanzierung seitens Berlins und anderer westlicher Hauptstädte.
Ein Gremium mit ungewisser Zukunft
Der neue Friedensrat startet mit ambitionierten Zielen, aber auch mit erheblicher politischer Kontroverse. Während Trump das Gremium als Instrument zur Lösung globaler Konflikte positioniert, sehen Kritiker darin einen Versuch, etablierte internationale Institutionen wie die Vereinten Nationen zu umgehen oder zu schwächen. Die Zusammensetzung des Rates – mit zahlreichen autoritär regierten Staaten und auffälliger Abwesenheit vieler demokratischer Nationen – wirft Fragen nach seiner Glaubwürdigkeit und Effektivität auf.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob Trumps Friedensrat tatsächlich zu einer bedeutenden Kraft in der internationalen Diplomatie werden kann oder ob er als symbolisches Projekt ohne nachhaltige Wirkung in die Geschichte eingehen wird. Die Reaktionen der internationalen Gemeinschaft und erste konkrete Initiativen des Gremiums werden hier entscheidend sein.



