Trump droht Iran mit Angriff auf Kraftwerke - Ultimatum für Straße von Hormus läuft ab
Trumps Ultimatum an Iran: Drohung mit Kraftwerksangriffen

Neue Eskalationsstufe im Iran-Krieg: Trumps Ultimatum für Straße von Hormus

Die Drohung von US-Präsident Donald Trump, iranische Kraftwerke zu zerstören, markiert eine gefährliche neue Eskalationsstufe im anhaltenden Iran-Krieg. Im Zentrum des Konflikts steht die strategisch entscheidende Straße von Hormus, die der Iran faktisch blockiert hat. Trump setzte Teheran ein Ultimatum von 48 Stunden, um die Meerenge wieder für den Schiffsverkehr zugänglich zu machen. Dieses Ultimatum läuft in der Nacht zu Dienstag deutscher Zeit ab.

Iran kontert mit Warnungen an verbündete Golfstaaten

Der Iran reagierte umgehend auf die amerikanische Drohung und warnte davor, die Energieinfrastruktur und Entsalzungsanlagen in den mit den USA verbündeten Golfstaaten ins Visier zu nehmen. Eine solche Eskalation könnte unabsehbare Folgen für die Weltwirtschaft und die gesamte Region haben. Die Spannungen erreichen damit einen neuen Höhepunkt.

Warum die Straße von Hormus so verwundbar ist

Die Meerenge vor der Küste des Iran stellt eine lebenswichtige Ader für den globalen Handel mit Öl und Flüssiggas dar. Seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe hat Teheran mehrfach damit gedroht, Schiffe in diesem Gebiet anzugreifen. In den vergangenen Wochen wurden im Persischen Golf, der Straße von Hormus und dem Golf von Oman wiederholt Schiffe von Geschossen getroffen. In der Folge ist der Schiffsverkehr praktisch zum Erliegen gekommen.

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Laut Sicherheitsexperten wie Peter Neumann in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“ herrscht eine glaubwürdige Drohung, die Reedereien davon abhält, Tanker durch die Meerenge zu schicken. „Deswegen ist die Straße blockiert, auch ohne, dass sie tatsächlich physisch blockiert ist und auch ohne, dass jeder Tanker angegriffen wird“, erklärte Neumann. Der Iran könnte mit relativ einfachen Mitteln, wie einem einzelnen Soldaten auf einem Schnellboot, der eine Rakete abfeuert oder eine Mine anbringt, erheblichen Schaden anrichten.

Mögliche Ziele für US-Angriffe auf iranische Kraftwerke

Trump kündigte an, mit dem „größten“ Kraftwerk im Iran zu beginnen, ohne jedoch genau zu spezifizieren, welches er meint. Experten vermuten, dass die USA vor allem Gaskraftanlagen ins Visier nehmen könnten. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) wurden im Jahr 2023 rund 80 Prozent der iranischen Stromversorgung aus Erdgas gewonnen. Zu den wichtigsten Anlagen zählen:

  • Das Dampf- und Gaskraftwerk in Damawand in der Nähe von Teheran mit einer Kapazität von mehr als 2.800 Megawatt.
  • Ein weiteres Kraftwerk in der Provinz Masandaran am Kaspischen Meer mit über 2.200 Megawatt Kapazität.

Das einzige iranische Atomkraftwerk Buschehr, das etwa 760 Kilometer südlich von Teheran am Persischen Golf liegt, könnte ebenfalls ein Ziel sein. Allerdings erscheint ein gezielter Angriff auf den Reaktor aufgrund der unabsehbaren Folgen kaum vorstellbar.

Folgen für die Bevölkerung im Iran

Die Wirtschaft im Iran ist durch den Krieg bereits stark beeinträchtigt. Selbst während des persischen Neujahrsfestes blieben Basare und Einkaufspassagen leer. Neben den direkten Angriffen und jahrelangen Sanktionen trägt auch die von der Führung in Teheran veranlasste Internetblockade zur Krise bei. Seit mehr als drei Wochen ist das Land weitgehend vom internationalen Internetzugang abgeschnitten.

Ein Angriff auf Gaskraftanlagen würde zusätzlich die Stromversorgung von Millionen Iranern gefährden. Ein Zusammenbruch der Stromversorgung hätte weitreichende Konsequenzen:

  • Ausfall von Kühlung und Heizung.
  • Beeinträchtigung der Wasserversorgung durch den Ausfall von Pumpen.
  • Störungen des Bankensystems und der Industrie.

Die Menschen in Teheran fürchten ein solches Szenario und sprechen bereits von einer „Apokalypse“.

Mögliche iranische Vergeltung gegen Golfstaaten

Die Sorge richtet sich vor allem auf Entsalzungsanlagen in der Golfregion. In der Vergangenheit gab es bereits Angriffe oder Schäden durch herabfallende Trümmerteile in Ländern wie Bahrain und Kuwait – möglicherweise als Warnschuss aus Teheran. Systematische Angriffe auf diese Anlagen würden eine weitere schwere Eskalation darstellen und die Wasserversorgung von Millionen Menschen gefährden.

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Kaum eine Weltregion ist so stark auf Entsalzungsanlagen angewiesen wie die Golfstaaten. In der trockenen Wüstenregion der Arabischen Halbinsel gibt es kaum natürliche Süßwasserressourcen. Gemeinsam verfügen die Länder über etwa 3.400 solcher Anlagen. In Staaten wie Katar und Bahrain sorgen sie für mehr als 90 Prozent der Trinkwasserversorgung. Viele dieser Anlagen befinden sich an der Küste des Persischen Golfs und sind damit nur Hunderte Kilometer vom Iran entfernt.

Potenzielle Folgen für die Region und die Weltwirtschaft

Ob die Wasserversorgung am Golf flächendeckend gefährdet sein könnte, hängt von der Zahl und Stärke möglicher Angriffe ab. Laut einer Analyse der Denkfabrik CSIS könnte der Ausfall einer einzelnen Anlage zunächst von anderen ausgeglichen werden. Gefährlicher wären jedoch Raketen- und Drohnenangriffe auf größere Verteilzentren im Wassernetz.

„Der stärkste Effekt könnte psychologisch sein“, schreibt CSIS. Denn Angriffe auf die Infrastruktur würden das Image von Sicherheit und Stabilität beschädigen, auf dem die Golfstaaten ihr Wirtschaftsmodell in großen Teilen aufgebaut haben. Selbst wenn Haushalte vorübergehend auf anderem Weg mit Wasser versorgt werden könnten, bestünde der größere Schaden darin, dass Touristen, Händler und Investoren noch größeren Abstand von der Region nehmen würden. Dies hätte langfristige Auswirkungen auf die wirtschaftliche Stabilität und könnte die globale Energiemärkte weiter destabilisieren.