Ukraine-Verhandlungen in Genf vorzeitig beendet
Die hochrangigen Gespräche zwischen ukrainischen und russischen Vertretern in Genf zur Beendigung des Krieges wurden am zweiten Verhandlungstag überraschend abgebrochen. Nach nur zwei Stunden reiste die russische Delegation ab, obwohl ursprünglich zweitägige Verhandlungen geplant waren. Der ukrainische Chefunterhändler Rustem Umjerow bezeichnete die Gespräche dennoch als substanziell und verwies auf gewisse Fortschritte bei der Klärung verschiedener Fragen.
Der russische Delegationsleiter Wladimir Medinski sprach von "schweren, aber sachlichen" Diskussionen und kündigte eine neue Verhandlungsrunde an. Allerdings bleiben die Positionen in zentralen Konfliktpunkten unvereinbar: Moskau fordert weiterhin einen vollständigen Rückzug ukrainischer Truppen aus der Industrieregion Donbass als Voraussetzung für ein Ende der Kampfhandlungen, was Kyjiw kategorisch ablehnt.
US-Vermittler mit umstrittener Rolle
Die Verhandlungen wurden von den USA vermittelt, wobei der offizielle Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner, Schwiegersohn von Ex-Präsident Donald Trump, vor Ort waren. Die beiden waren bereits an den Waffenstillstandsverhandlungen im Israel-Gaza-Krieg beteiligt und treten zunehmend als Verhandlungsteam in internationalen Konflikten auf. Beobachter kritisieren die Privatisierung der US-Außenpolitik unter Trump, da Kushner weder ein offizielles Amt noch einen definierten Zuständigkeitsbereich besitzt.
Massiver Cyberangriff auf Deutsche Bahn
Die Deutsche Bahn meldet einen besonders massiven Cyberangriff auf ihre IT-Systeme, der zu erheblichen Störungen bei Auskunfts- und Buchungssystemen führt. Seit Dienstag kommt es zu Beeinträchtigungen, die nun auf eine sogenannte DDoS-Attacke (Distributed Denial of Service) zurückgeführt werden. Bei dieser Methode werden Server durch orchestrierte massenhafte Abrufe überlastet und außer Betrieb gesetzt.
Laut Insiderinformationen erfolgten die jüngsten Angriffe "besonders massiv und in mehreren Wellen". Hintergrundinformationen deuten auf russische Hacker als Urheber hin. Betroffen sind nach aktuellen Erkenntnissen ausschließlich Kundensysteme, während kritische Bahnsysteme wie Zugsteuerung und Sicherheitstechnik nicht kompromittiert wurden. Die Zahl solcher Cyberattacken hat global dramatisch zugenommen: Das Unternehmen Cloudflare verzeichnete für 2025 bereits 47,1 Millionen DDoS-Angriffe, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr.
Chronische Probleme bei der Bahn
Die Cyberattacke trifft die Deutsche Bahn in einer Phase, in der das Unternehmen ohnehin mit zahlreichen operativen Herausforderungen kämpft. Neben den üblichen Problemen wie Wettereinflüssen, Baustellen und Weichenstörungen kommt nun die digitale Verwundbarkeit hinzu. Die IT-Infrastruktur der Bahn war bereits in der Vergangenheit regelmäßig Ziel von Cyberangriffen, doch das aktuelle Ausmaß übertrifft bisherige Vorfälle deutlich.
Jan Böhmermann siegt vor Gericht gegen X
Satiriker Jan Böhmermann hat einen juristischen Erfolg gegen das soziale Netzwerk X (ehemals Twitter) errungen. Das Landgericht Köln erließ eine einstweilige Verfügung, die es der Plattform untersagt, ein nicht von Böhmermann betriebenes Fake-Profil zu verbreiten oder öffentlich zugänglich zu machen. Das betreffende Konto nutzte ein Profilbild des Entertainers und nannte sich "Jan Boehmermann (Parody) ZDF Neo Royale".
Durch den langen Namen war für viele Nutzer nicht unmittelbar erkennbar, dass es sich um ein parodistisches Konto handeln sollte. Der Account imitierte den Schreibstil Böhmermanns, was dazu führte, dass zahlreiche User die Beiträge für authentisch hielten und entsprechend kommentierten. Böhmermann betonte, dass es ihm um ein grundsätzliches Signal zum Verhalten von X als Plattform gehe, und verwies darauf, dass auch "megalomane Milliardäre" sich in Europa an Recht und Gesetz halten müssten.
Weitere Meldungen im Überblick
Haiangriffe nehmen zu: Eine internationale Datenbank verzeichnete im vergangenen Jahr weltweit 65 Haiangriffe auf Menschen, von denen neun tödlich endeten. Die meisten Vorfälle ereigneten sich vor den Küsten der USA und Australiens.
Slowakei in Energiekrise: Trotz des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ist die Slowakei weiterhin von russischem Öl abhängig. Seit Januar fließt über die Druschba-Pipeline kein Erdöl mehr ins Land, woraufhin Bratislava einen "Erdöl-Notstand" ausrief und Notfallreserven freigab.
Nachwuchsmangel in der Medizin: Ein Drittel der angehenden Ärztinnen und Ärzte erwägt einen Berufswechsel. Im Praktischen Jahr ihrer Ausbildung beklagen sie neben fehlenden Ansprechpartnern und Überforderung auch strukturellen Sexismus und haben konkrete Verbesserungsvorschläge vorgelegt.



