Ukraine-Krieg: Verhandlungen in Genf nach nur zwei Stunden abgebrochen
Die Friedensgespräche zwischen der Ukraine und Russland über ein Ende des seit fast vier Jahren andauernden Krieges sind am zweiten Verhandlungstag in Genf nach nur knapp zwei Stunden beendet worden. Dies meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass. Die russische Delegation hat den Ort des Treffens in der Schweizer Stadt bereits verlassen.
Russischer Delegationsleiter spricht von "schweren, aber sachlichen" Gesprächen
Der russische Delegationsleiter Wladimir Medinski sagte nach Angaben der Agentur, die Gespräche seien "schwer, aber sachlich" gewesen. Zu konkreten Ergebnissen wurde jedoch nichts mitgeteilt. Medinski kündigte lediglich eine neue Verhandlungsrunde für die kommende Zeit an. Eine Sprecherin des ukrainischen Chefunterhändlers Rustem Umjerow bestätigte ebenfalls das vorzeitige Ende der Gespräche.
Es gab zunächst keine Informationen darüber, ob die ukrainischen Vertreter noch weiter mit den amerikanischen Vermittlern sprechen werden. Die Gespräche fanden unter internationaler Beobachtung statt, wobei die USA eine vermittelnde Rolle einnahmen.
Selenskyj vermutet russische Verzögerungstaktik
Vor dem Beginn des zweiten Gesprächstags hatte die ukrainische Delegation Rücksprache mit Präsident Wolodymyr Selenskyj gehalten. Der Staatschef äußerte sich anschließend kritisch auf Telegram: "Gestern gab es Treffen, die nicht einfach waren, und wir können festhalten, dass Russland versucht, die Verhandlungen zu verzögern, die bereits in der Endphase sein könnten."
Selenskyj wies die ukrainischen Vertreter an, die Gespräche dennoch zu konkreten Ergebnissen zu führen. Zu den wichtigsten Aufgaben gehöre dabei die Vereinbarung eines Austauschs von zivilen Gefangenen sowie von Kriegsgefangenen. Der ukrainische Präsident betonte die Dringlichkeit einer friedlichen Lösung, zeigte sich aber skeptisch gegenüber den Motiven der russischen Seite.
Die Verhandlungen in Genf waren mit großen Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung des Konflikts gestartet worden. Der seit fast vier Jahren andauernde Krieg hat tausende Menschenleben gekostet und große Zerstörungen in der Ukraine angerichtet. Internationale Beobachter hatten gehofft, dass die Gespräche in der Schweiz einen Durchbruch bringen könnten.
Die kurze Dauer der zweiten Verhandlungsrunde lässt jedoch Zweifel an einem baldigen Friedensschluss aufkommen. Experten vermuten, dass beide Seiten weiterhin hart an ihren Positionen festhalten und Kompromisse nur schwer zu erreichen sind. Die nächste Runde der Gespräche wird nun mit Spannung erwartet.



