Ukraine-Kriegsverhandlungen in Genf nach nur zwei Stunden abgebrochen
Die hochrangigen Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland zur Beendigung des Krieges sind in Genf nach nur zwei Stunden am zweiten Verhandlungstag zu einem abrupten Ende gekommen. Die russische Delegation verließ den Verhandlungsort, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass meldete. Damit endeten die direkten Gespräche deutlich früher als geplant, nachdem sie ursprünglich für zwei Tage angesetzt waren.
Russische Delegation reist vorzeitig ab
Der russische Delegationsleiter Wladimir Medinski bezeichnete die Gespräche als "schwer, aber sachlich". Zu konkreten Ergebnissen oder Vereinbarungen wurde jedoch nichts mitgeteilt. Medinski kündigte lediglich eine neue Verhandlungsrunde an, ohne nähere Details zu nennen. Eine Sprecherin des ukrainischen Chefunterhändlers Rustem Umjerow bestätigte das vorzeitige Ende der Verhandlungen.
Selenskyj wirft Russland Verzögerungstaktik vor
Vor Beginn des zweiten Verhandlungstags hielt die ukrainische Delegation Rücksprache mit Präsident Wolodymyr Selenskyj. Der Staatschef schrieb auf Telegram: "Gestern gab es Treffen, die nicht einfach waren, und wir können festhalten, dass Russland versucht, die Verhandlungen zu verzögern, die bereits in der Endphase sein könnten." Die ukrainischen Vertreter erhielten den Auftrag, die Gespräche dennoch zu Ergebnissen zu führen, darunter auch zum Austausch ziviler Gefangener und Kriegsgefangener.
Internationale Vermittlung und bisherige Gespräche
Bei den Verhandlungen unter Vermittlung der USA waren auch Sicherheitsberater europäischer Länder, darunter Deutschlands, in der Schweiz vor Ort. Sie sprachen am Rande mit den Delegationen der Ukraine und der USA. Als Vermittler aus Washington waren der Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner, der Schwiegersohn des US-Präsidenten Donald Trump, nach Genf gereist.
Zwei vorherige Gesprächsrunden zwischen ukrainischen und russischen Delegationen in Abu Dhabi hatten bereits kein Ergebnis gebracht. In zentralen Fragen liegen Moskau und Kyjiw weiterhin weit auseinander. Russland fordert einen vollständigen Rückzug der Ukraine aus der Industrieregion Donbass als Voraussetzung für ein Ende der Kämpfe, was die ukrainische Seite jedoch ablehnt.
Keine Fortsetzung der Gespräche bekannt
Es gab zunächst keine Informationen darüber, ob die ukrainischen Vertreter weiter mit den amerikanischen Vermittlern sprechen werden. Die Gespräche in Genf begannen am Dienstag als zweitägige Runde direkter Verhandlungen zwischen Delegationen aus Moskau und Kyjiw über Möglichkeiten zur Beendigung der Kämpfe in der Ukraine.



