US-Seeblockade am Persischen Golf: Eskalation im Iran-Konflikt droht
Nach dem Scheitern der Friedensverhandlungen im Iran-Krieg hat US-Präsident Donald Trump mit einer drastischen Maßnahme die Spannungen weiter verschärft. Die angekündigte Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus durch die US-Marine droht, den Konflikt militärisch eskalieren zu lassen und erneut erhebliche Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte zu entfalten.
Details der US-Blockade
Ursprünglich kündigte Trump an, die Durchfahrt aller Schiffe in der Meerenge zu stoppen. Das US-Regionalkommando Centcom präzisierte jedoch, dass sich die Blockade ausschließlich auf Schiffe beschränken soll, die iranische Häfen im Persischen Golf und am Golf von Oman ansteuern oder verlassen. Die Maßnahme, die heute um 16:00 Uhr MESZ in Kraft treten soll, zielt praktisch darauf ab, den iranischen Ölexport zu unterbinden.
Praktisch bedeutet dies: Die US-Marine wird versuchen, alle Schiffe zu stoppen oder umzuleiten, die mit dem iranischen Ölgeschäft in Verbindung stehen. Tanker, die für Golfstaaten wie Saudi-Arabien oder die Vereinigten Arabischen Emirate unterwegs sind, bleiben von der Blockade unberührt. Zudem hat Trump die Streitkräfte angewiesen, Schiffe abzufangen, die Gebühren an den Iran gezahlt haben, und bezeichnete dies als „illegale Maut“. Der US-Präsident beschuldigte den Iran der Erpressung und kündigte an, von Iran gelegte Seeminen zerstören zu lassen. Medienberichten zufolge erwägen die USA auch neue Militärschläge, um die Verhandlungen wieder in Gang zu bringen.
Durchsetzung und Risiken
Die Blockade soll unabhängig von der Nationalität der Schiffe durchgesetzt werden. Die US-Marine plant, betroffene Schiffe zu beobachten, zu eskortieren, abzufangen und bei Bedarf Inspektionen an Bord durchzuführen. Seeleute werden aufgefordert, aktuelle Informationen zu verfolgen und per Funk Kontakt mit der US-Marine aufzunehmen.
Allerdings birgt diese Vorgehensweise erhebliche Risiken: Bei Kontakten mit Schiffen, die iranisches Öl exportieren, könnten schnell Zwischenfälle entstehen. Die iranische Marine hat bereits ein US-Kriegsschiff gewarnt, die Straße von Hormus nicht zu durchqueren, und mit einem Angriff „innerhalb von 30 Minuten“ gedroht. Es besteht die Gefahr, dass iranische Angriffe auf US-Kriegsschiffe erfolgen, insbesondere wenn diese Inspektionen an Bord von Schiffen mit iranischem Bezug durchführen.
Auswirkungen auf Schifffahrt und Seeleute
Seit Kriegsausbruch Ende Februar sitzen nach Angaben des Verbands Deutscher Reeder (VDR) mehr als 2.000 Handelsschiffe mit rund 20.000 Seeleuten im Persischen Golf fest. Darunter befinden sich mindestens 50 Schiffe deutscher Reedereien. Die Vereinten Nationen beschreiben die Lage als beispiellos seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.
Seit Kriegsbeginn am 28. Februar zählte die Weltschifffahrtsorganisation IMO mindestens 21 Angriffe auf Handelsschiffe, bei denen zehn Seeleute getötet und weitere verletzt wurden. Vor dem Konflikt passierten täglich etwa 150 Schiffe die Straße von Hormus; aktuell sind es im Durchschnitt nur noch vier oder fünf.
Ziele der US-Strategie
Trump verfolgt mit der Blockade primär das Ziel, die iranischen Einnahmen aus dem Ölexport zu kappen und zu verhindern, dass Teheran Gebühren für die Durchfahrt erhebt. Dies würde den wirtschaftlichen Druck auf den Iran erhöhen und dessen Militärausgaben treffen, da ein erheblicher Teil der Öl- und Gaseinnahmen an die iranischen Streitkräfte und die Revolutionsgarde fließt.
Zugleich scheint Trump den Druck mit Blick auf die gescheiterten Gespräche erhöhen zu wollen, um neue Verhandlungen zu erzwingen. Ein zentraler Streitpunkt bleibt nach US-Angaben die Weigerung des Irans, sich langfristig vom Streben nach Atomwaffen zu distanzieren. Iranischen Medienberichten zufolge gab es die größten Kontroversen bei Fragen rund um die Straße von Hormus. Ob es zu neuen Verhandlungen kommen wird, bleibt ungewiss.



