Hollywoodreife Rettung: US-Spezialeinheiten bergen vermissten Soldaten im Iran
In einer spektakulären Kommandoaktion haben US-amerikanische Spezialkräfte den zweiten Besatzungsangehörigen eines über dem Iran abgeschossenen Kampfjets gerettet. „Wir haben ihn“, verkündete US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social in Versalien. Der Waffensystemoffizier hatte sich mehr als 24 Stunden in felsigem Gelände im Südwesten des Landes versteckt und war dabei iranischen Kräften nur knapp entkommen.
Ein Wettlauf gegen die Zeit
Die Rettung des Soldaten folgte auf einen „Wettlauf auf Leben und Tod“ zwischen amerikanischen und iranischen Streitkräften, wie die „New York Times“ unter Berufung auf US-Beamte berichtete. Der Offizier sei von „unseren Feinden gejagt worden“, sie seien ihm stündlich nähergekommen, schrieb Trump. Zur Lokalisierung des Vermissten trug maßgeblich der Auslandsgeheimdienst CIA bei.
Der US-Präsident schilderte die Mission mit dramatischen Worten: „Dutzende Flugzeuge, ausgestattet mit den tödlichsten Waffen der Welt“ seien entsandt worden. Es handele sich um eine „der gewagtesten Such- und Rettungsaktionen des US-Militärs in der Geschichte der USA“. Der Soldat habe Verletzungen erlitten, doch sein Zustand sei stabil.
Technische Details der Rettungsoperation
Laut der Pentagon-Korrespondentin Jennifer Griffin von Fox News konnte sich der Waffensystemoffizier – ebenso wie der bereits zuvor gerettete Pilot – nach dem feindlichen Beschuss per Schleudersitz retten. „Er versteckte sich auf einem erhöhten Bergrücken, nachdem er sich vom Wrack entfernt hatte, und setzte ein Notfallsignal ab“, berichtete Griffin auf der Plattform X.
Die US-Spezialkräfte, zu denen auch Fallschirmjäger gehörten, nutzten eine provisorisch errichtete Landezone tief in iranischem Gebiet. Während der Rettung kam es zu einem „heftigen Feuergefecht“, wie der arabische Sender Al Jazeera unter Berufung auf einen US-Beamten meldete. Rettungsflugzeuge brachten den Offizier zur medizinischen Behandlung nach Kuwait.
Logistische Herausforderungen und Zerstörung von Material
Die Operation war von erheblichen logistischen Problemen begleitet. Zwei Transportflugzeuge blieben im Iran feststecken, mutmaßlich aufgrund von Beschädigungen durch die schwierigen Bodenverhältnisse an der improvisierten Landezone. Drei Ersatzflugzeuge mussten eingesetzt werden. Die beiden zurückgelassenen Flugzeuge wurden gesprengt, um zu verhindern, dass sie in iranische Hände fallen.
Iranische Gegenversion: „Völliger Fehlschlag“ der Amerikaner
Die iranische Seite präsentierte eine völlig andere Darstellung der Ereignisse. Die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, die Revolutionsgarden hätten am Morgen zwei Black-Hawk-Hubschrauber, ein C-130-Militärtransportflugzeug und mehrere Drohnen der Amerikaner getroffen und zerstört. Tasnim veröffentlichte Aufnahmen brennender Wrackteile.
Der staatliche englischsprachige Sender PressTV schrieb auf X, eine „sogenannte Rettungsaktion“ des US-Militärs auf einem verlassenen Flugplatz im Süden von Isfahan sei in einem „völligen Fehlschlag“ geendet, weil iranische Streitkräfte rechtzeitig eingetroffen seien. Iranische Medien hatten zuvor von hohen Geldsummen berichtet, die für die Ergreifung des US-Soldaten ausgesetzt worden sein sollen.
Geopolitische Implikationen und Drohungen
Experten wie Laurel Rapp, Direktorin des Nordamerika-Programms der Denkfabrik Chatham House, hatten gegenüber der BBC betont, dass eine Gefangennahme des Besatzungsmitglieds durch den Iran erhebliche politische Konsequenzen gehabt hätte. Teheran hätte dies als Druckmittel nutzen können, und Bilder eines gefangenen US-Soldaten hätten die ohnehin kritische Haltung der amerikanischen Öffentlichkeit zum Krieg weiter verschärft.
Trump nutzte die erfolgreiche Rettung, um erneut die amerikanische militärische Überlegenheit zu betonen. Die Tatsache, dass beide Rettungsoperationen „ohne einen einzigen getöteten oder auch nur verletzten Amerikaner“ durchgeführt werden konnten, beweise eine „überwältigende Luftherrschaft“. Zuvor hatte der US-Präsident dem Iran mit schweren Angriffen gedroht, sollte Teheran sich nicht seinem Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormus beugen.
„Die Zeit läuft davon – 48 Stunden, bevor die Hölle über sie hereinbricht“, schrieb Trump am Samstag auf Truth Social. Er drohte damit, Irans Kraftwerke zerstören zu lassen, falls der Iran die für den globalen Öl- und Gashandel wichtige Meerenge nicht vollständig öffne. Das Ultimatum läuft am 6. April (US-Ortszeit) ab. Die gegenseitigen Angriffe dauerten auch am Sonntag an.



