USA und Israel rechtfertigen Krieg gegen den Iran mit präventiver Verteidigung
Die Eskalation im Nahen Osten weitet sich weiter aus, während die USA und Israel ihre militärischen Angriffe auf den Iran fortsetzen. Führende US-Republikaner rücken zur Begründung für den eigenen Angriff auf den Iran nun zunehmend Israels Agieren in den Fokus. Der republikanische Sprecher des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson, erklärte: „Israel war entschlossen, hier zu seiner eigenen Verteidigung zu handeln, mit oder ohne amerikanische Unterstützung.“
Präventive Maßnahmen als Rechtfertigung
US-Außenminister Marco Rubio betonte gegenüber Journalisten die unmittelbare Gefahr: „Die unmittelbare Gefahr bestand darin, dass wir wussten, dass der Iran, wenn er angegriffen würde – und wir gingen davon aus, dass er angegriffen werden würde –, sofort gegen uns vorgehen würde.“ Rubio führte weiter aus, dass die USA zu der Einschätzung gekommen seien, mehr Verletzte und Tote zu verzeichnen, wenn sie nicht präventiv gegen den Iran vorgegangen wären. „Wir haben proaktiv auf defensive Weise gehandelt, um zu verhindern, dass sie größeren Schaden anrichten.“ Bisher kamen sechs US-Soldaten ums Leben.
Netanjahu: Angriff war unumgänglich
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu rechtfertigte den Angriff auf den Iran im US-Fernsehsender Fox News als notwendig. Er erklärte, der Iran habe nach den Bombardierungen seiner Atomanlagen und Raketenarsenale im vergangenen Jahr mit dem Bau neuer unterirdischer Bunker begonnen. Das Raketen- und Atombombenprogramm wäre sonst „innerhalb von Monaten“ unangreifbar gewesen. Netanjahu behauptete: „Wenn man jetzt nicht gehandelt hätte, hätte man in Zukunft nichts mehr tun können.“
US-Ziele: Zerstörung des iranischen Raketenprogramms
Mike Johnson betonte nach einem Iran-Briefing, dass die US-Regierung aufgrund Israels Entschlossenheit eine schwierige Entscheidung treffen musste. Er sei überzeugt, dass sie das Richtige getan habe. „Das Ziel war nicht ein Regimewechsel“, sagte Johnson. Vielmehr stünden die Zerstörung des iranischen Raketenprogramms sowie der iranischen Marine im Fokus. US-Vizepräsident JD Vance unterstützte diese Aussage und erklärte, das vorrangige Ziel von US-Präsident Donald Trump sei, dass der Iran niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelange. Was mit der Führung in Teheran passiere, sei letztlich nebensächlich.
Ausweitung der Angriffe im Nahen Osten
Die israelische Armee hatte zuvor nach eigenen Angaben bei einer weiteren Angriffswelle die staatliche iranische Rundfunkanstalt IRIB in Teheran bombardiert. Der Sendebetrieb gehe jedoch weiter. Die iranischen Behörden haben das Internet nach Beginn der Luftangriffe gesperrt. Zudem griff die israelische Armee erneut im Libanon an, wobei Kommandozentralen und Waffenlager der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz in Beirut Ziel waren. Dies war eine Reaktion auf Raketenangriffe der Hisbollah auf Israel.
USA und Iran kündigen weitere Eskalation an
US-Präsident Donald Trump kündigte an, die eigenen Attacken im Iran deutlich zu verstärken: „Wir haben noch nicht einmal angefangen, hart zuzuschlagen. Die große Welle kommt bald.“ Er gehe von etwa vier bis fünf Wochen Krieg aus. Der Iran wäre nach seinen Worten bald in der Lage gewesen, mit seinen Raketen auch US-Territorium zu treffen. Auch der Iran kündigte eine Ausweitung der Angriffe an. Die Revolutionsgarden feuerten Hunderte ballistische Raketen und mehr als 700 Drohnen auf Ziele in Israel sowie auf US-Militärstützpunkte in der Golfregion ab.
Die US-Botschaft in Riad wurde nach vorläufigen saudischen Angaben von zwei Drohnen angegriffen, wobei nur geringer Sachschaden entstand. Acht weitere Drohnen seien nahe Riad abgefangen worden. Das US-Außenministerium ruft wegen der Eskalation US-Bürger in mehr als einem Dutzend Ländern im Nahen Osten auf, diese sofort zu verlassen.



