USA verstärken Militärpräsenz im Nahen Osten trotz laufender Iran-Verhandlungen
Die Vereinigten Staaten setzen ihre massive militärische Aufrüstung im Nahen Osten fort, obwohl gleichzeitig diplomatische Gespräche mit dem Iran laufen. Nach Informationen des US-Nachrichtenportals Axios wurden allein in den letzten 24 Stunden mehr als 50 Kampfjets in die Krisenregion verlegt. Zudem zählte das Portal bereits über 150 Militärfrachtflüge, die Waffen, Munition und militärische Ausrüstung transportierten.
Flugzeugträger im Einsatz und weitere Verstärkungen
Neben dem bereits seit Wochen im Einsatz befindlichen Flugzeugträger USS Abraham Lincoln ist nun auch der Flugzeugträger USS Gerald R. Ford auf dem Weg in die Region. Zuletzt wurde er vor der Küste Marokkos gesichtet. Diese Verlegungen unterstreichen die entschlossene Haltung der USA, ihre militärische Präsenz in der strategisch wichtigen Region deutlich zu verstärken.
Diplomatische Gespräche mit klaren roten Linien
Parallel zu den militärischen Aktivitäten finden weiterhin Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran statt. Am Dienstag trafen sich die Unterhändler von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner und Steve Witkoff, in Genf mit Irans Außenminister Abbas Araghtschi. Offiziell wurde von Fortschritten gesprochen, doch US-Vizepräsident J.D. Vance betonte, dass Trump rote Linien gezogen habe, die Teheran nicht akzeptiere.
Der Iran soll binnen zwei Wochen einen neuen Vorschlag vorlegen, doch laut Axios wächst die Skepsis, ob es zu einem Durchbruch kommen wird. Die iranischen Revolutionsgarden sperrten am Dienstagmorgen die Straße von Hormus für Militärübungen, während Iran und Russland für Donnerstag gemeinsame Marineübungen im Golf von Oman und im nördlichen Indischen Ozean angekündigt haben.
Israel fordert umfassende Militäraktion
Nach Informationen von Axios drängt die israelische Regierung für den Fall eines Scheiterns der Verhandlungen auf eine große gemeinsame Militäraktion mit den USA. Jerusalem fordert dabei ein deutlich breiteres Vorgehen – nicht nur gegen das iranische Atomprogramm, sondern auch gegen das Raketenarsenal des Landes.
Experte: Große Drohung, aber begrenzte Optionen
Laut dem USA-Experten Professor Thomas Jäger will Trump ein besseres Abkommen als jenes, aus dem die USA 2018 ausgestiegen sind. Dafür baue er eine große militärische Drohung auf. Doch die Optionen seien begrenzt: Zu mehr als Luftschlägen und Raketen von Schiffen wird Trump nicht bereit sein, sagt Jäger. Ein längerer Militäreinsatz sei auszuschließen – allein schon wegen seiner Wählerbasis.
Die gleichzeitige militärische Aufrüstung und diplomatischen Gespräche zeigen die komplexe Lage im Nahen Osten, wo Spannungen zwischen den USA und dem Iran trotz Verhandlungsbemühungen weiterhin hoch bleiben.



