Nahost-Krise: USA balancieren zwischen Drohungen und Diplomatie im Iran-Konflikt
Die US-Regierung hat dem Iran mit noch härteren militärischen Angriffen gedroht, falls die Führung in Teheran nicht nachgibt. Gleichzeitig laufen jedoch diplomatische Gespräche, die einen Ausweg aus dem eskalierenden Konflikt suchen. Regierungssprecherin Karoline Leavitt betonte, dass Präsident Donald Trump bereit sei, "die Hölle im Iran losbrechen zu lassen", sollte das Land nicht einsehen, dass es militärisch besiegt wurde.
Diplomatische Initiativen und geheime Kontakte
Offiziell dementiert die iranische Führung jegliche Verhandlungen mit den USA, doch aus Sicherheitskreisen in Pakistan, das als Vermittler fungiert, heißt es, dass beide Seiten in Kontakt stehen. Ägypten bestätigte zudem, dass ein US-Entwurf für einen Friedensplan an den Iran übermittelt wurde. Das Weiße Haus hielt sich zu Details bedeckt, räumte aber ein, dass einige berichtete Aspekte zutreffen.
Unklar bleibt, wer in Teheran derzeit tatsächlich Entscheidungen trifft. Der oberste Führer Modschtaba Chamenei hat sich seit Kriegsbeginn nicht öffentlich gezeigt, und die Machtverteilung zwischen Präsident, Sicherheitschef und den Revolutionsgarden ist undurchsichtig. In der iranischen Hauptstadt herrscht tiefe Skepsis gegenüber den US-Initiativen, da viele befürchten, Washington wolle von weiteren Militäroperationen ablenken.
Israelische Militäroperationen und regionale Spannungen
Medienberichten zufolge verstärkt Israel seine Angriffe im Iran, um vor einer möglichen Waffenruhe noch möglichst viele militärische Ziele zu treffen. In einer Sitzung mit Regierungschef Benjamin Netanjahu wurde eine "Priorisierung von Zielen" beschlossen. Israel rechnet damit, dass Trump bereits am Wochenende eine Waffenruhe verkünden könnte, selbst ohne klare Vereinbarungen mit Teheran.
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi warnte vor ausländischen Militäreinsätzen in der Straße von Hormus, während Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf vor einer möglichen "Besetzung einer iranischen Insel" durch Feinde warnte. Ein Sprecher der iranischen Streitkräfte betonte, dass die Entscheidung über Schiffsdurchfahrten in der Meerenge allein bei Teheran liege.
Internationale Reaktionen und deutsche Position
Verteidigungsminister Boris Pistorius erklärte, Deutschland sei bereit, einen Beitrag zur Friedenssicherung zu leisten, sollte es zu einer Waffenruhe kommen. "Dieser Krieg ist eine Katastrophe für die Volkswirtschaften der Welt", sagte der SPD-Politiker in Canberra und betonte die Notwendigkeit einer diplomatischen Lösung. Besonders wichtig sei die Absicherung des freien Seeverkehrs in der strategisch bedeutsamen Straße von Hormus.
Der Konflikt begann am 28. Februar mit gemeinsamen Angriffen der USA und Israels. Ursprünglich ging die US-Regierung von vier bis sechs Wochen aus, um ihre militärischen Ziele zu erreichen, doch Leavitt erklärte nun, man stehe "sehr kurz davor", diese früher als geplant zu erfüllen. Die USA fordern vom Iran die Aufgabe des Nuklearprogramms und ein Ende der Bedrohung von US-Verbündeten.



