Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat in einem Telefonat mit seinem iranischen Kollegen Abbas Araghchi die sofortige Öffnung der Straße von Hormus sowie den vollständigen und nachprüfbaren Verzicht auf Kernwaffen gefordert. Dies teilte das Auswärtige Amt am Sonntag mit.
Wadephul betont enge Abstimmung mit den USA
„Als enger US-Verbündeter teilen wir das gleiche Ziel“, schrieb Wadephul auf der Plattform X. Iran müsse „vollständig und nachprüfbar auf Kernwaffen verzichten und die Straße von Hormus sofort freigeben“, wie es auch US-Außenminister Marco Rubio fordere. Das Telefonat mit Araghchi habe genutzt, um die deutsche Unterstützung für eine Verhandlungslösung zu unterstreichen.
Die iranische Seite äußerte sich zurückhaltend zu dem Gespräch. Außenminister Araghchi ließ lediglich mitteilen, dass über regionale und internationale Entwicklungen gesprochen worden sei. Konkrete Ergebnisse wurden nicht genannt.
Stillstand bei den Friedensbemühungen
Die Bemühungen um eine Beendigung des Irankriegs kommen seit der Waffenruhe Anfang April nicht voran. Gut zwei Monate nach Kriegsbeginn wächst die Sorge vor einer erneuten Eskalation. US-Präsident Donald Trump erklärte am Samstag, er könne sich nicht vorstellen, dass ein weiterer Verhandlungsvorschlag aus Teheran annehmbar sei. Eine Wiederaufnahme des Krieges bezeichnete er als „Option“.
Berichte über iranische Frist
Das US-Nachrichtenportal „Axios“ berichtete unter Berufung auf zwei Quellen, Teheran habe eine einmonatige Frist gesetzt, um eine Einigung zur Öffnung der Straße von Hormus zu erzielen. Zudem sollten die USA die Blockade iranischer Häfen beenden und den Krieg mit Iran und dem Libanon einstellen. Auch die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete über eine 30-tägige Frist.
Die wirtschaftliche Lage im Iran ist angespannt. Iranerinnen und Iraner berichten von wirtschaftlicher Not, staatlicher Repression und der Angst vor einer noch düstereren Zukunft.



