Vier Monate vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich eine historische Abstimmung ab: Die AfD baut ihren Vorsprung in einer neuen Umfrage weiter aus und lässt die regierende CDU deutlich hinter sich. Laut dem aktuellen „Sachsen-Anhalt-Trend“ des Meinungsforschungsinstituts Infratest Dimap kommt die Rechtsaußen-Partei auf 41 Prozent – ein Plus von zwei Prozentpunkten im Vergleich zur letzten Erhebung im September 2025. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze (46) fällt hingegen auf 26 Prozent zurück (minus ein Prozentpunkt).
AfD-Spitzenkandidat Siegmund legt zu
Die AfD mit ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund (35) profitiert offenbar von der wachsenden Unzufriedenheit mit der Landesregierung. Auch die Linke verliert an Zustimmung und landet bei zwölf Prozent (minus ein Prozentpunkt). Die SPD hält sich stabil bei sieben Prozent. Für die Grünen und das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) reicht es aktuell nicht: Beide kämen nur auf vier Prozent und würden damit am Einzug in den Landtag scheitern. Die FDP wird wegen zu schwacher Werte gar nicht mehr ausgewiesen.
Schwierige Regierungsbildung erwartet
Die AfD hätte keine absolute Mehrheit, doch bislang schließt keine andere Partei eine Koalition mit ihr aus. Da die CDU eine Zusammenarbeit mit der Linken ablehnt, bleibt rechnerisch nur eine Minderheitsregierung aus CDU und SPD als Option. Spannend: 44 Prozent der Befragten finden, dass die CDU die nächste Regierung führen sollte – dicht gefolgt von 43 Prozent, die auf die AfD setzen. Bei einer Direktwahl des Ministerpräsidenten hätte Schulze mit 36 Prozent knapp die Nase vorn vor Siegmund (32 Prozent).
Migration als wichtigstes Problem
Als drängendstes Problem nennen die Befragten „Einwanderung und Integration“ (14 Prozent). Dahinter folgen Bildung (12 Prozent) und Wirtschaft (10 Prozent). Bemerkenswert: 31 Prozent trauen der AfD am ehesten zu, die größten Probleme zu lösen. Die Zufriedenheit mit der derzeitigen Landesregierung ist gering: Nur ein Drittel ist zufrieden, 62 Prozent sind unzufrieden. Noch drastischer: 82 Prozent haben „wenig oder gar nicht“ Vertrauen in den Staat.
Vergleich zur letzten Wahl
Bei der vergangenen Landtagswahl am 6. Juni 2021 lag die CDU noch klar vorn mit 37,1 Prozent, während die AfD auf 20,8 Prozent kam. Jetzt hat sich die Stimmung dramatisch gewendet. Am 6. September entscheidet sich, ob dieser Trend tatsächlich Realität wird. Die Umfrage zeigt, dass die politische Landschaft in Sachsen-Anhalt vor einer möglichen Zäsur steht.



