Ein halbes Jahrhundert ist es her, dass ein sowjetisches Militärflugzeug in die Gartenanlage „Gut Grün“ in Merseburg-Nord stürzte. Nun hat sich eine Augenzeugin bei der MZ gemeldet, die damals Grundschülerin der Curie-Schule war und den Absturz aus nächster Nähe erlebt haben will. Ihre Erinnerungen an das Unglück vom 7. April 1976 schildert sie nun erstmals öffentlich.
Der Absturz aus Kindersicht
Die Frau, die damals neun Jahre alt war, befand sich mit einer Schulgruppe in der Kleingartensiedlung, als die Maschine vom Himmel fiel. „Wir sind um unser Leben gerannt“, erinnert sie sich. „Plötzlich hörten wir ein ohrenbetäubendes Geräusch, und dann sahen wir die Maschine direkt auf uns zukommen. Es war wie in einem Albtraum.“ Die Gruppe suchte Schutz hinter einer Mauer, während Trümmerteile um sie herum einschlugen.
Die einzigen bekannten Fotos
Die heute einzigen bekannten Fotos des Unglücks machte Reiner Ose, der an der Straßenbahnhaltestelle Merseburg-Stadtpark wartete. Seine Aufnahmen zeigen die Rauchsäule und die zerstörte Gartenanlage. Die Augenzeugin bestätigt, dass die Bilder die Situation genau wiedergeben. „Ich kann mich noch genau an den schwarzen Rauch und die Panik erinnern“, sagt sie.
Hintergrund des Unglücks
Am 7. April 1976 stürzte eine sowjetische Militärmaschine in die Kleingartensiedlung „Gut Grün“ in Merseburg. Der Pilot kam ums Leben, am Boden gab es glücklicherweise keine Todesopfer. Die Ursache war ein technischer Defekt. Viele Augenzeugenberichte wurden von den Merseburger Geschichtsinteressierten Christine Winter-Schulz und Robert Schmidt gesammelt. Der Bericht der ehemaligen Curie-Schülerin ist eine wertvolle Ergänzung dieser Sammlung.
Die Augenzeugin hofft, dass ihre Erinnerungen dazu beitragen, das Unglück im kollektiven Gedächtnis der Stadt zu bewahren. „Es ist wichtig, dass solche Ereignisse nicht vergessen werden“, betont sie. „Auch wenn es lange her ist, die Bilder sind noch immer sehr lebendig.“



