Bargeldlose Gastronomie in Prenzlau: Leser-Debatte über Vor- und Nachteile
Noch bevor das neue Lokal UCKA AMORE am Unteruckersee seine Pforten öffnet, sorgt eine Ankündigung der Chefetage für Wirbel. Ab dem 1. Mai will das Restaurant keine Scheine und Münzen mehr akzeptieren – eine Entscheidung, die unter Nordkurier-Lesern heftige Diskussionen auslöst. Während einige Einheimische diese Entwicklung kritisch sehen, zeigen viele Reaktionen Verständnis für den Schritt.
Unterstützung für bargeldloses Konzept
Lucas Möller äußert sich deutlich: „Ich frage mich tatsächlich, ob viele Leute in den 1970ern stehen geblieben sind.“ Er betont den Komfort elektronischer Zahlungen und erklärt, dass sein gesamtes Umfeld kaum noch Bargeld bei sich trägt. Matthias Scheffler, 67 Jahre alt, führt mehrere persönliche Gründe für seine Präferenz an:
- Bargeld kann verloren gehen oder gestohlen werden
- Es besteht keine Gefahr des versehentlichen falschen Abkassierens
- Elektronische Zahlungen verhindern Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit
- Sie bekämpfen Drogenhandel und Geldwäsche
Scheffler argumentiert weiter: „Dies alles kostet uns nämlich viel Geld, welches dem Staat und damit der Gesellschaft entgeht.“ Er begrüßt ausdrücklich die Entscheidung des Gastronomen und kündigt einen Besuch an.
Internationale Vergleiche und praktische Vorteile
Manfred Koch verweist auf positive Erfahrungen aus Norwegen, wo bargeldloses Bezahlen bereits Alltag ist. „Auf lange Sicht werden sich alle damit abfinden müssen, dass alle auf elektronische Bezahlmethoden wechseln werden“, ist er überzeugt. Barbara Eisert berichtet ähnliches aus Dänemark und betont die praktischen Vorteile: „Dann hat man nicht die Sorge, ob das Bare reicht.“
Ulrich Hemmerling kritisiert die Aufregung um das Thema: „Mit solchen Einstellungen sieht es mit der Digitalisierung in Deutschland wirklich düster aus.“ Er weist auf die Sicherheitsvorteile elektronischer Zahlungen hin und betont, dass diese nicht altersdiskriminierend seien.
Plädoyer für Offenheit gegenüber neuen Konzepten
Olaf Jentzsch kann die Aufregung nicht nachvollziehen: „In vielen Ländern, etwa in Skandinavien, ist bargeldloses Bezahlen längst Alltag.“ Er betont, dass niemand gezwungen werde, im Restaurant UCKA AMORE zu essen, und plädiert für mehr Offenheit: „Warum geben wir nicht auch bei uns neuen Konzepten und Ideen eine Chance und nörgeln nicht gleich los.“
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