Brandenburgs neue rot-schwarze Landesregierung: Kabinett offiziell ernannt
In Brandenburg hat Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) das neue Kabinett der rot-schwarzen Koalition offiziell ernannt. Etwas mehr als zwei Monate nach dem Bruch der bundesweit einzigen SPD/BSW-Koalition im Januar steht die neue Regierung damit in den Startlöchern. Es fehlt nur noch die formelle Vereidigung im Landtag, die im Anschluss an die Ernennung geplant ist.
Personelle Zusammensetzung des neuen Kabinetts
Für die CDU übernehmen wichtige Schlüsselressorts: Innenminister und Vize-Ministerpräsident Jan Redmann, Wirtschaftsministerin Martina Klement (CSU) und Bildungsminister Gordon Hoffmann. Besonders bemerkenswert ist, dass die SPD das Bildungsressort nach über 30 Jahren abgibt, was einen historischen Wechsel markiert. Alle diese Ministerien waren zuvor in SPD-Hand.
Auf Seiten der SPD gibt es ebenfalls bedeutende personelle Veränderungen: Der bisherige Innenminister René Wilke wird neuer Gesundheits- und Sozialminister und übernimmt damit ein neu geschaffenes Superministerium. Wirtschaftsminister Daniel Keller wechselt ins Finanzressort, während sein Vorgänger Robert Crumbach Verkehrsminister wird. Im Amt bleiben dagegen Manja Schüle (Wissenschaft), Hanka Mittelstädt (Landwirtschaft) und Benjamin Grimm (Justiz).
Verabschiedung der bisherigen Minister
Ministerpräsident Woidke hatte am Dienstag die bisherigen Minister für Gesundheit, Britta Müller, und für Verkehr, Detlef Tabbert – beide ehemalige BSW-Mitglieder und nun parteilos – sowie den SPD-Bildungsminister Steffen Freiberg offiziell verabschiedet. Dieser Schritt unterstreicht den vollständigen Neuanfang nach dem Koalitionsbruch, der durch interne Streitigkeiten in der BSW-Fraktion ausgelöst wurde.
Historischer Kontext und politische Ziele
Rot-Schwarz ist in Brandenburg keine neue Konstellation: Die beiden Parteien regierten bereits von 1999 bis 2009 und erneut von 2019 bis 2024, damals allerdings in einer Dreierkoalition mit den Grünen. Die neue Koalition hat ambitionierte Ziele formuliert, darunter die Einstellung von mehr Lehrern und Polizisten, eine Entlastung der Wirtschaft durch gezielte Maßnahmen sowie umfassende Einsparungen im Haushalt. Diese Pläne sollen die Grundlage für eine stabile Legislaturperiode bilden.
Mit der Ernennung des Kabinetts ist ein wichtiger Schritt zur Regierungsbildung getan. Nun wartet die Politik in Brandenburg gespannt auf die Vereidigung im Landtag, die den offiziellen Start der neuen rot-schwarzen Ära markieren wird.



