Demmin: Erneut reger Zulauf zu Demo gegen rechten Aufmarsch
Demmin: Reger Zulauf zu Demo gegen rechten Aufmarsch

Demmin: Erneut reger Zulauf zu Demo gegen rechten Aufmarsch

In Demmin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) haben sich erneut zahlreiche Menschen versammelt, um gegen den jährlichen Aufmarsch von Rechtsextremen zu demonstrieren. Unter anderem mit Bussen reisten am Freitagnachmittag Teilnehmer eines geplanten Protestzugs an. Eine derartige Mobilisierung hatte es nach Angaben des Aktionsbündnisses 8. Mai Demmin, das den Gegenprotest organisiert, erstmals im vergangenen Jahr gegeben. 2025 hatte die Zahl der Demonstranten ein Rekordniveau erreicht.

Große Teilnehmerzahl erwartet

Auch in diesem Jahr zeichnete sich eine große Teilnehmerzahl ab. Am späten Freitagnachmittag sammelten sich Menschen am Demminer Bahnhof für einen geplanten Protestzug durch die Stadt. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort. Der Aufzug der rechtsextremen Partei Die Heimat (vormals NPD) wurde für den Abend erwartet. Im vergangenen Jahr hatten nach Polizeiangaben auf der Seite der Rechtsextremen rund 290 Menschen und auf der Gegenseite etwa 2.000 Menschen an Protesten teilgenommen. Das Aktionsbündnis hatte die Teilnehmerzahl deutlich höher angegeben.

Historischer Hintergrund

1945 jährte sich das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa zum 80. und in diesem Jahr zum 81. Mal. Am 8. Mai 1945 war die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht in Kraft getreten. Im Zeitraum von Ende April bis Anfang Mai 1945 kam es laut Historikern zu einem Massensuizid in Demmin, bei dem sich Hunderte Menschen aus Angst vor der Roten Armee selbst töteten. Seit Jahren ziehen am 8. Mai Rechtsextreme schweigend durch Demmin. Das Aktionsbündnis 8. Mai Demmin sieht darin den Versuch, die Geschehnisse in Demmin zu instrumentalisieren und den Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus gezielt umzudeuten.

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Begleitprogramm mit Novum

In diesem Jahr werden die Gegendemos von einem mehrtägigen Protest- und Aktionscamp in einem nahe gelegenen Industriegebiet begleitet, das laut Aktionsbündnis bereits ab Mittwoch aufgebaut wurde und bis Sonntag bestehen sollte. Es bietet demnach einen Ort zum Campen, aber auch zur Vernetzung und für Workshops. Dieses Camp stellt ein Novum dar und unterstreicht die anhaltende Mobilisierung gegen rechtsextreme Aktivitäten in der Region.

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