Ex-Soldat erinnert sich an Bau der Bootslorenbahn in Granzin
Ex-Soldat erinnert sich an Bootslorenbahnbau

Als Malte Johannson kürzlich den Beitrag über die Bootslorenbahn in Granzin im Nordkurier las, kehrten die Erinnerungen an einen besonderen Einsatz als Zeitsoldat zurück. Der damals 25-Jährige war in Neubrandenburg stationiert und hatte sich für 15 Jahre bei der Bundeswehr verpflichtet. Vier Jahre davon verbrachte er in Trollenhagen. Die Einheit war Patenkompanie des Nationalparkamtes und leistete im Frühjahr 1997 einen Arbeitseinsatz in Granzin. Johannson erstellte ein Album mit Fotos und Zeitungsbeiträgen, das er nun wieder hervorholte.

Zwei Wochen Arbeit per Hand

Im April 1997 waren Johannson und zwölf weitere Soldaten damit beschäftigt, die Schienen für die Lore auf der Havelsandbank per Hand zu verlegen. Das erste Stück wurde ausschließlich von Hand bewegt, später nutzten sie die Lore für den Transport. Von Munitionsbelastung auf dem Gebiet war damals keine Rede. Der Einsatz wurde vom Nationalpark geleitet. Die Soldaten meldeten sich freiwillig für die Arbeit; Johannson hatte bereits ein Jahr zuvor beim Einbau eines Wehres in der Nähe mitgemacht und fand Gefallen an solchen Projekten.

Ungewisse Zukunft der Lorenbahn

Heute, so liest Johannson überrascht, ist die Zukunft der Lorenbahn ungewiss. Grund sind Munitionsfunde auf dem Gelände, das sich auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz der Sowjetarmee befindet. Die Schienen müssen abgebaut werden, um das Gebiet zu sondieren. Ob sie danach wieder verlegt werden, bleibt offen. Als Alternative werden Handwagen für die über 700 Meter lange Umtragestelle in Betracht gezogen.

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Die Schienen und Loren stammten damals von einer ausrangierten Torfbahn bei Bremen. Der Landeskanuverband stellte 7500 Mark für die Aktion zur Verfügung, wie ein Nordkurierbeitrag in Johannsons Album belegt. Johannson versteht nicht, warum eine ähnliche Aktion heute so kompliziert sein soll. Das Material sei vorhanden, und Freiwillige würden sich sicherlich wieder finden. Trotz der Anstrengung, die 120 Kilogramm schweren Schienen zu tragen und auf über 700 Metern zu verlegen, verbindet er mit dem Einsatz nur gute Erinnerungen. Die Soldaten wohnten eine Woche im damals unsanierten Gutshaus in Speck, was er als DDR-Jugendherberge-Komfort beschreibt, aber völlig in Ordnung fand. Die andere Woche fuhren sie täglich von Neubrandenburg nach Granzin.

Familienausflüge zur Bootslore

In den vergangenen Jahren besuchte Johannson mehrmals mit seiner Familie Granzin an der Havel und besichtigte die Bootslore. Er bemerkte, dass die Schienen im Laufe der Zeit neu verlegt worden waren, da sie einen etwas anderen Verlauf als in seiner Erinnerung hatten. Es freute ihn, den regen Betrieb an der Umtragestelle zu beobachten und zu sehen, dass die Leute wirklich Spaß daran hatten.

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