Als Malte Johannson kürzlich den Beitrag über die Bootslorenbahn in Granzin im Nordkurier las, kehrten die Erinnerungen an einen besonderen Einsatz als Zeitsoldat zurück. Der heute 53-Jährige war damals in der Tollensekaserne in Neubrandenburg stationiert und half im Frühjahr 1997, die Schienen für die Lorenbahn per Hand zu verlegen.
Ein Album voller Erinnerungen
Die Trollenhagener Einheit, in der Johannson diente, war Patenkompanie des Nationalparkamtes und leistete einen Arbeitseinsatz in Granzin. „Ich habe ein Album davon erstellt, mit Fotos und Zeitungsbeiträgen. Als jetzt der Beitrag im Nordkurier stand, habe ich es herausgeholt, um nachzuschauen, wie das damals war“, berichtet er. Zwei Wochen im April waren er und zwölf weitere Soldaten damit beschäftigt, die Schienen für die Lore auf der Havelsandbank zu verlegen. „Das erste Stück ging tatsächlich nur per Hand. Aber dann haben wir die Lore für den Transport genutzt. Von Munitionsbelastung auf dem Gebiet war damals keine Rede. Der Einsatz wurde vom Nationalpark geleitet“, sagt er.
Freiwilliger Einsatz mit Spaßfaktor
Die Soldaten waren nicht verpflichtet, sondern meldeten sich freiwillig. „Ich hatte ein Jahr zuvor beim Einbau eines Wehres in der Nähe mitgemacht. Mir hat das Spaß gemacht“, erinnert sich der Teterower. Ihn überraschte es, nun zu lesen, dass die Zukunft der Lorenbahn ungewiss ist. Grund dafür sind Munitionsfunde auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz der Sowjetarmee. Um das Gelände zu sondieren, müssen die Schienen abgebaut werden. Ob sie danach wieder verlegt werden, ist unklar. Alternativ werden Handwagen für die mehr als 700 Meter lange Umtragestelle in Betracht gezogen.
Material aus Bremen
„Die Schienen und die Loren stammten damals von einer ausrangierten Torfbahn bei Bremen“, erzählt Malte Johannson. 7500 Mark stellte der Landeskanuverband für die Aktion zur Verfügung. Er versteht nicht, was heutzutage so kompliziert sein soll, eine ähnliche Aktion zu wiederholen. „Das Material ist da. Und Freiwillige werden sich sicherlich auch dieses Mal finden“, schätzt er ein. Trotz der Anstrengung, die 120 Kilogramm schweren Schienen zu tragen und auf über 700 Metern zu verlegen, verbindet er mit dem Einsatz nur gute Erinnerungen. „Wir haben im damals unsanierten Gutshaus Speck für eine Woche gewohnt. Das war DDR-Jugendherberge-Komfort. Aber vollkommen okay. Die andere Woche sind wir jeden Tag von Neubrandenburg nach Granzin gefahren. Auch das war okay“, sagt er.
Familienausflüge zur Bootslore
Malte Johannson ist mehrmals mit seiner Familie nach Granzin an die Havel gefahren und hat sich die Bootslore angeschaut. „Es war ersichtlich, dass in der Zwischenzeit immer mal die Schienen neu verlegt worden sind. Denn sie hatten einen etwas anderen Verlauf als in meiner Erinnerung“, sagt er. Für ihn war es schön, den regen Betrieb an der Umtragestelle zu beobachten. „Die Leute haben wirklich Spaß“, hat er erlebt.



