In Ueckermünde droht erneut der Verlust von Fördermitteln aufgrund von Bauverzögerungen. Nachdem bereits der Umbau der Regionalen Schule nicht rechtzeitig abgeschlossen werden konnte, ist nun auch die Sanierung der Turnhalle am Haffring betroffen. Das ursprünglich angestrebte Fertigstellungsdatum bis zum 30. Juni ist nicht mehr zu halten, wie Bauamtsleiter Sven Behnke im Bau- und Ordnungsausschuss der Stadtvertretung mitteilte.
Planer prognostiziert Fertigstellung im November oder Dezember
Laut aktuellem Bauablauf rechnet der Planer mit einer Fertigstellung Ende November oder Anfang Dezember, so Behnke. Er zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass sich der Zeitplan möglicherweise noch straffen lasse. Ob der Stadt aufgrund der Überschreitung der Bauzeit tatsächlich Fördermittel entgehen, könne derzeit noch nicht abschließend beurteilt werden. Die Verwaltung habe sich bereits mit dem Sanierungsträger BIG Städtebau abgestimmt und wolle nun das Gespräch mit der Landesregierung suchen, um die Gründe für die Verzögerung zu erläutern. Hauptursache sei die lange Zwangspause, die verschiedene Gewerke aufgrund des strengen Winters einlegen mussten. „Offen ist, wie das Land sich in dieser Sache verhält“, sagte Behnke.
Bereits im vergangenen Jahr gab es Warnungen
Stadtvertreter von AfD, BfVG und Bürgerbund hatten bereits im Vorjahr vor dieser Entwicklung gewarnt. Sie befürchteten, dass Fördermittel in Höhe von 1,1 Millionen Euro gestrichen werden könnten, falls die vorgeschriebene Bauzeit nicht eingehalten wird. Aus diesem Grund stimmten sie im Juni gegen den zweiten Bauabschnitt. Dennoch votierte eine Mehrheit der Stadtvertreter für den weiteren Ausbau, der unter anderem einen Behinderteneingang, eine Behindertentoilette, zusätzliche Unterstellmöglichkeiten für Geräte, kleine Sporträume für Gymnastik und Babysport, Schulungsmöglichkeiten, eine Teeküche sowie Pkw-Stellplätze vorsieht, um die Bedingungen für die Vereine zu verbessern.
Aktueller Stand bei der Regionalen Schule
Behnke informierte auch über den Fortgang der Fördermittelrückzahlung für die Regionale Schule, die zur Inklusionsschule umgebaut wird und neue WC-Anlagen erhält. Die zunächst genannte Summe von rund 750.000 Euro habe die Stadt aufgrund weiterer Abrechnungen der Baufirmen auf aktuell 440.000 Euro (Stand 30. April) reduzieren können. Eine weitere Abrechnung eines Unternehmens stehe noch aus, sodass sich die Summe voraussichtlich auf etwa 400.000 Euro verringern werde. Eine endgültige Entscheidung der Fördermittelgeber zur Rückzahlung stehe jedoch noch aus. Die Stadt werde Anträge auf Nachbewilligung von Förderung stellen. Bürgermeister Jürgen Kliewe (parteilos) hatte bereits früher erklärt, dass die Stadt zur Finanzierung des Schulumbaus notfalls einen Kredit aufnehmen müsse, falls keine Fördermittel bewilligt werden.
Ursachen für Verzögerungen beim Schulumbau
Bei der Schule waren die Verzögerungen unter anderem darauf zurückzuführen, dass Bauleistungen mehrfach ausgeschrieben werden mussten. Zudem verwies die Stadt auf lange Bearbeitungszeiten. Einige Stadtvertreter kritisierten, dass es zunächst keine Absprachen mit dem Nachbarn bezüglich des Fahrstuhlbaus am Hauptgebäude gegeben habe. Dies sei notwendig gewesen, da die vorgeschriebenen Abstandsflächen nicht eingehalten werden konnten, was ebenfalls zu Verzögerungen führte.



