IG Metall dominiert Betriebsratswahlen in Ostdeutschland
Die IG Metall hat nach eigenen Angaben bei den Betriebsratswahlen in Berlin, Brandenburg und Sachsen bisher rund 80 Prozent aller Mandate errungen. Der Bezirksleiter Jan Otto zeigte sich zufrieden mit dem bisherigen Verlauf. „Auch in den großen Automobilbetrieben konnten wir eindeutige Mehrheiten erringen“, erklärte Otto mit Blick auf das VW-Werk in Zwickau, wo 29 von 35 Mandaten an die IG Metall gingen. Zuvor hatten Spekulationen über einen möglichen Rechtsruck in dem Werk die Runde gemacht.
Kein Rechtsruck in den Betrieben
Otto konnte nicht sagen, inwieweit Wähler rechter Parteien über die IG Metall-Listen in die Betriebsräte eingezogen sind. Er gehe jedoch davon aus, dass sich die politischen Verhältnisse der Gesamtbevölkerung auch in den Betrieben widerspiegeln. Nennenswerte Spaltungen aufgrund politischer Differenzen erwartet Otto nicht. „Die Beschäftigten sind, glaube ich, noch näher beieinander, als viele vielleicht wahrhaben wollen“, sagte er.
Stimmung in den Betrieben angespannt
Die Stimmung in den Betrieben beschrieb Otto als schwierig. Ursachen seien eine hohe Verunsicherung angesichts der gesamtpolitischen Lage und aufgeheizte Debatten, etwa zum Thema Krankschreibungen. Von der Bundesregierung vermisse er ein klares Bekenntnis zur Industrie.
Wahlbeteiligung und Frauenanteil
Die Wahlbeteiligung lag bei 66 Prozent. „Mehr ist immer gut, eine solche Wahlbeteiligung ist aber auch nicht schlecht“, sagte Otto. „Die hohe Wahlbeteiligung zeigt, wie gut die Demokratie in den Betrieben funktioniert.“ In den Betriebsräten sind Frauen stärker vertreten als in den Belegschaften insgesamt. Bisher ging jedes vierte Mandat an eine Frau, während der weibliche Beschäftigungsanteil in den Branchen bei rund 18 Prozent liegt.
Die Betriebsratswahlen laufen noch bis Ende Mai, doch viele große Betriebe in Berlin, Brandenburg und Sachsen haben bereits gewählt.



