In der Politik gibt es einen geflügelten Satz: „Die Steigerung von Feind ist Parteifreund.“ Ein Motto, das sich der sächsische Ministerpräsident jetzt zu eigen gemacht hat. Nachdem Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) bereits im Sommer 2024 Brandenburgs SPD-Ministerpräsidenten Dietmar Woidke im Landtagswahlkampf gelobt hatte, zeigt Kretschmer nun erneut Sympathien für ein SPD-Mitglied. In der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ betonte der Regierungschef aus Sachsen in Bezug auf Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig: „Ich erlebe sie als besonders durchsetzungsstark. Solche Persönlichkeiten, die auch bundespolitische Entscheidungen verändern können, sollten wiedergewählt werden.“
Peters: Zweifel an Kretschmers Urteilskraft
Mit seinen politischen Einschätzungen hinsichtlich von SPD-Politikern hatte Kretschmer bereits vor zwei Jahren innerhalb der CDU politische Beben ausgelöst. Musste in Brandenburg der damalige Spitzenkandidat Jan Redmann die Attacke aus den eigenen Reihen wegstecken, ist es jetzt Daniel Peters, der den Affront aus Sachsen über sich ergehen lassen muss. Nicht umsonst heißt in der Politik ein geflügelter Spruch: „Die Steigerung von Feind ist Parteifreund.“ Gegenüber dem Nordkurier keilte Peters in Richtung Kretschmer zurück: „Ich weiß nicht, woher Herrn Kretschmers Begeisterung für Frau Schwesig kommt – an der Landespolitik kann es jedenfalls nicht liegen. Man muss schon mit geschlossenen Augen durchs Land fahren, um den Schaden zu übersehen, den Schwesigs Linksregierung angerichtet hat – unter anderem bei der Verdoppelung der AfD.“
Der Christdemokrat aus Rostock weiter: „Ich habe Herrn Kretschmer mitgeteilt, dass seine Äußerungen nicht nur bei mir Zweifel an seiner menschlichen und politischen Urteilskraft geweckt haben. Herr Kretschmer hat das zur Kenntnis genommen, seine Erklärungen haben meine Zweifel nicht unbedingt kleiner werden lassen. Mich haben sowohl aus dem Land als auch aus der Bundesregierung zahlreiche Rückmeldungen erreicht – meine Lust auf den Wahlkampf ist infolge dieser Äußerungen noch mal deutlich gewachsen.“
Kleiner Hoffnungsschimmer für CDU-Spitzenkandidaten
Kleiner Trost und vielleicht Hoffnungsschimmer für Peters: Der damalige Brandenburger CDU-Spitzenkandidat Redmann verlor zwar im Herbst 2024 die Landtagswahl haushoch, ist aber mittlerweile zum Innenminister in einem schwarz-roten Kabinett von Ministerpräsident Woidke aufgestiegen. Möglich wurde dieser Karrieresprung durch das schnelle Platzen der Koalition aus SPD und Bündnis Sahra Wagenknecht.



