MINT-Kurse an Gymnasien in MV: Rückgang bereitet Sorgen
MINT-Kurse in MV: Rückgang bereitet Sorgen

Die MINT-Fächer – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – gelten als Schlüssel für die Zukunft. Doch an den Gymnasien in Mecklenburg-Vorpommern verlieren sie offenbar an Beliebtheit. Die Zahl der Leistungskurse in diesen Fächern ist rückläufig, was Bildungsexperten und Oppositionspolitiker alarmiert.

Weniger Kurse in Physik, Chemie und Biologie

Enrico Schult, bildungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Landtag, hat die Entwicklung aufgedeckt. Laut einer Anfrage an die Landesregierung sank die Anzahl der Physik-Leistungskurse von 40 im Schuljahr 2023/2024 auf nur noch 30 im Schuljahr 2024/2025. Auch in Biologie, Chemie und Informatik zeige sich ein ähnlicher Trend. „Die Gesamtzahl der angebotenen Leistungskurse sinkt dramatisch, insbesondere in den MINT-Fächern. Das ist alarmierend“, so Schult.

Für das laufende Schuljahr 2025/2026 fehlen dem Ministerium offenbar aktuelle Zahlen. „Obwohl das Schuljahr bereits acht Monate läuft, kann oder will die Landesregierung keine aktuellen Daten präsentieren. Das ist verständlich, denn die Rückmeldungen aus den Schulen deuten auf eine noch dramatischere Lage hin“, kritisiert der Oppositionspolitiker.

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Ministerium verweist auf MINT-Strategie

Das Bildungsministerium von Simone Oldenburg (Linke) betont hingegen, dass man eine umfassende MINT-Strategie verfolge. Dazu gehörten Profilgymnasien mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt sowie die Möglichkeit für Schulen, sich als „MINT-Schule Mecklenburg-Vorpommern“ zertifizieren zu lassen. Zudem sei das Ministerium Kooperationspartner bei Wettbewerben wie „Jugend forscht“ und der „Mathematik-Olympiade“.

Aktuell werde eine MINT-Landesinitiative vorbereitet, die die dezentralen Maßnahmen bündeln und die Förderung an allen Schulen stärken solle. „Dabei stimmen wir uns mit dem Wissenschafts- und dem Wirtschaftsministerium sowie der Vereinigung der Unternehmensverbände und der Nordmetall-Stiftung ab“, so das Ministerium. Ziel sei es, MINT-Bildung und Berufsorientierung enger zu verzahnen.

Fehlende Aktualität der Daten

Auf die Frage, warum keine aktuellen Zahlen zur MINT-Belegung vorlägen, erklärte das Ministerium: „Seit Jahrzehnten erfolgt die Datenabfrage nach einem zentralen Standard. Die Veröffentlichung der schulstatistischen Daten erfolgt nach Plausibilisierung zum Schuljahresende.“

Die Kultusministerkonferenz hebt indes die Bedeutung der MINT-Fächer hervor: Sie förderten analytisches Denken und technologische Kompetenz und seien essenziell für die Vorbereitung auf Studium und Beruf. Der Rückgang der Leistungskurse in MV stehe im Widerspruch zu diesem Anspruch.

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