Mordprozess Fabian: Vater zieht Aussagen gegen Ex-Freundin zurück
Mordprozess Fabian: Vater zieht Aussagen zurück

Im Mordprozess um den achtjährigen Fabian aus Güstrow wird an diesem Dienstag erneut der Vater des Jungen vor dem Landgericht Rostock vernommen. Die Schwurgerichtskammer unter Vorsitz von Richter Holger Schütt will den 35-jährigen Metallbauer aus der Region Güstrow detaillierter zu seiner Beziehung zu seiner Ex-Freundin befragen, die wegen Mordes angeklagt ist. Das Gericht erhofft sich neue Erkenntnisse darüber, was am Tattag, dem 10. Oktober 2025, und in der Zeit davor genau mit dem Jungen geschah.

Hintergrund des Falles

Die 30-jährige Gina H. soll Fabian, der wegen Kopfschmerzen nicht zur Schule gegangen war, am Vormittag ohne Wissen der Mutter aus deren Wohnung in Güstrow abgeholt haben. Anschließend soll sie ihn an einem Wasserloch etwa 15 Kilometer südlich bei Klein Upahl mit mehreren Messerstichen getötet haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Frau durch die Tat ihre Beziehung zu Fabians Vater retten wollte.

Aussagen des Vaters

Der Vater war am letzten Verhandlungstag bereits zu seinem Verhältnis zu Fabians Mutter befragt worden. Richter Schütt betonte: „Wir haben jede Menge Fragen und wir wollen einfach nur die Wahrheit herausfinden.“ Der Vater gab an, keine Vorstellung davon zu haben, wer die Tat begangen haben könnte. Er wusste nicht einmal, dass Fabian an jenem Vormittag allein zu Hause war. Allerdings nahm er frühere Aussagen, die er bei der Polizei gemacht hatte und die die Angeklagte belasteten, im Prozess zurück. Als Begründung führte er an, er habe sich mit der Angeklagten „ausgesprochen“.

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Handy-Nachricht als mögliches Motiv

Ein zentraler Punkt der Befragung wird eine Handy-Nachricht sein, die der Vater einen Tag vor der Tat an die Ex-Freundin geschickt haben soll. Darin teilte er ihr mit, dass er keine Beziehung mehr mit ihr aufleben lassen wolle. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass diese Nachricht der letzte Auslöser für den „heimtückischen Mord“ war. Auch die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung werden dem Mann weitere Fragen stellen können.

Der Prozess ist mit insgesamt 14 weiteren Verhandlungstagen bis Anfang Juli angesetzt. Das Gericht hofft, durch die erneute Vernehmung des Vaters neue Details zum Tathergang und zu den Hintergründen der Tat zu erhalten.

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