In einer beliebten Urlaubsregion in Ostdeutschland steht eine mysteriöse Mauer, die tief mit der sowjetischen Besatzung der DDR verbunden ist. Eine ZDF-Dokumentation bringt dieses Bauwerk nun prominent in die Öffentlichkeit.
Die Rechliner Mauer: Ein Relikt der Teilung
Die sogenannte Rechliner Mauer teilte einst das Dorf Rechlin an der Müritz in zwei Teile. Hier, im Mecklenburger Großseenland, waren zeitweise über 4000 sowjetische Soldaten und Offiziere aus verschiedenen Sowjetrepubliken stationiert. Die wellenförmige Mauer mit ihren markanten Gucklöchern trennte sie und ihre Familien von den Einheimischen der DDR. Sie ist eines jener Bauwerke, die an die Zeit erinnern, als rund eine halbe Million Soldaten der Sowjetunion in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Ost-Berlin und Mecklenburg-Vorpommern stationiert waren, um Moskaus Macht im Warschauer Pakt zu sichern.
ZDF-Doku belebt Geschichte wieder
Das ZDF zeigt im Mai 2026 die Doku-Reihe „Lost Places der Sowjetunion“ in seiner Mediathek. Die dritte Folge mit dem Titel „Polen und die DDR“ widmet dem kleinen Rechlin, das heute rund 1800 Einwohner zählt, viel Sendezeit. Im Mittelpunkt steht die mysteriöse Mauer, die jedoch nichts mit der Berliner Mauer zu tun hat, die die DDR und die Bundesrepublik von 1961 bis 1989 trennte. Für die Region an der Müritz ist die Rechliner Mauer ein wesentliches Mahnmal an die eigene DDR-Geschichte zur Zeit des „Eisernen Vorhangs“.
Militärflugplatz und sowjetische Geheimnisse
Bei Rechlin gab es den großen Militärflugplatz Lärz-Müritz, eine „zentrale Basis für die sowjetischen Luftstreitkräfte in Ostdeutschland“, wie es in der Doku heißt. Dort standen Jagdbomber, Aufklärungs- und Transportflugzeuge sowie später Kampfhubschrauber. Die Rechliner Mauer, die auch schon in einer ARD-Quizshow mit Kai Pflaume Thema war, hat bis heute etwas Geheimnisvolles. Sie schützte früher die Geheimnisse der Sowjets vor den DDR-Bürgern. Wer zu neugierig war, dem drohte laut ZDF die Festnahme.
Heute: Mauerparkdenkmal als Erinnerung
Heute erinnert neben der ZDF-Doku auch das Mauerparkdenkmal im Bereich des ehemaligen „russischen Sektors“ an die damalige Zeit. Dort lebten die Soldaten und Offiziere der Sowjetarmee mit ihren Familien. Das Denkmal wurde im Frühsommer 2025 eingeweiht. Bürgermeister Wolf-Dieter Ringguth sagte bei der Übergabe der Wohnblöcke durch die Sowjets: „Mehr als 23.000 Quadratmeter Straßen, Wege und Plätze haben wir hier übernommen.“ Heute liegen diese Flächen in einer beliebten Urlaubsregion Mecklenburg-Vorpommerns. Nur noch wenige Teile der Rechliner Mauer stehen noch im Ort an der Müritz.



