Am Dienstagmittag, 5. Mai, hat die Mitteldeutsche Zeitung im Rahmen des Tag des Lokaljournalismus ein öffentliches Live-Interview auf dem Marktplatz von Halle geführt. Marc Rath, Chefredakteur von Mitteldeutscher Zeitung und Volksstimme, sowie Dirk Skrzypczak, Leiter der Lokalredaktion Halle, sprachen vor Publikum und im Livestream mit Oberbürgermeister Alexander Vogt und Uta Bretschneider, der neuen Leiterin des Zukunftszentrums für Deutsche Einheit und Europäische Transformation.
OB Vogt warnt vor Finanznot der Stadt
Vogt machte dabei die schwierige Finanzlage der Stadt deutlich. Bund und Land übertragen den Kommunen immer mehr Aufgaben, ohne diese ausreichend zu finanzieren. „Wenn das so weitergeht, sehe ich aktuell keinen Weg zu einem ausgeglichenen Haushalt“, sagte der Oberbürgermeister. Die Handlungsfähigkeit vieler Städte sei dadurch ernsthaft gefährdet. Vogt betonte, dass die wachsenden Pflichten bei gleichzeitig knappen Kassen zu einer immer größeren Belastung für die Kommunen führen. Er forderte eine nachhaltige Finanzierung durch die übergeordneten Ebenen.
Hoffnungsträger Zukunftszentrum am Riebeckplatz
Große Erwartungen knüpft Vogt an das Zukunftszentrum Deutsche Einheit am Riebeckplatz. Das vom Bund finanzierte Projekt soll wirtschaftliche Impulse bringen, Besucher nach Halle ziehen und den Stadteingang aufwerten. Der Neubau könne dazu beitragen, den Riebeckplatz als „Tor zur Stadt“ neu zu prägen und auch das umliegende Stadtgebiet zu beleben. Vogt sieht darin eine Chance, die Stadt langfristig zu stärken und neue Perspektiven zu schaffen.
Bretschneider: Zukunftszentrum als Ort der Begegnung
Uta Bretschneider, die erst seit wenigen Tagen in Halle im Amt ist, warb um Geduld und Offenheit. Das Zukunftszentrum könne nicht alle gesellschaftlichen Probleme lösen, solle aber ein Ort des Zuhörens, der Begegnung und der Beteiligung werden – insbesondere für junge Menschen. Geplant sind unter anderem partizipative Formate, ein Café, eine Dachterrasse sowie ein Shop. Erste Aktivitäten, etwa im Bereich Jugendbeteiligung, laufen bereits. Bretschneider betonte, dass das Zentrum ein offener Raum sein soll, der zum Mitmachen einlädt.
Lokaler Journalismus unverzichtbar
Zum Anlass des Tags des Lokaljournalismus ging es auch um die Rolle lokaler Medien. Bretschneider bezeichnete Lokalzeitungen als unverzichtbar für die Orientierung im Alltag. Vogt hob die Bedeutung der MZ als Plattform hervor, auf der Entwicklungen vor Ort eingeordnet und diskutiert werden. Zugleich äußerte er den Wunsch nach noch mehr positiven Geschichten aus Halle. Die MZ nutzte den Livestream, um neue Dialogformate vorzustellen. Ziel sei es, näher bei den Menschen zu sein – mit Gesprächen vor Ort, Livestreams und zusätzlichen digitalen Angeboten wie Podcasts und Newslettern.
Tag des Lokaljournalismus: Ein Zeichen für die Demokratie
In ganz Deutschland feiern Zeitungen am 5. Mai den Tag des Lokaljournalismus. Das Motto lautet dieses Mal: „Wir feiern die Geschichten, die direkt vor unserer Haustür beginnen.“ Der Tag soll die Bedeutung von lokalem Journalismus aufzeigen. Die Veranstalter schreiben auf der Website der Aktion: „Lokaljournalismus ist demokratische Grundversorgung im Alltag. Ein eigener Tag setzt ein Zeichen für Wertschätzung, Qualität und Zukunft.“ Der Livestream auf dem Marktplatz war ein Beispiel dafür, wie Lokaljournalismus lebendig und nahbar bleibt.



