Frühjahrsdeichschau 2026: Prignitzer Deiche in gutem Zustand
Das Positive vorweg: Die Deiche in der Region Prignitz sind in einem guten Zustand und weisen keine größeren Schäden auf. Zu diesem Ergebnis kam die alljährliche Frühjahrsdeichschau des Landkreises Prignitz, die am Mittwoch und Donnerstag stattfand. Zwei Tage lang waren die Experten des Landkreises unterwegs, um sich ein genaues Bild über den Zustand der Deiche zu machen und die Hochwasserschutzanlagen zu kontrollieren. Denn „der Hochwasserschutz hat im Landkreis die höchste Priorität“, betonte Marc Frankowiak, Leiter des Sachbereichs Umwelt der Kreisverwaltung, am Donnerstag in Lenzen. Kurz und knapp gesagt: Die hiesigen Deiche sind in einem guten Zustand.
„Das Gras wächst gut“
Bei der Deichschau, die regelmäßig sowohl im Frühjahr als auch im Herbst stattfindet, konnten diesmal keine großen Schäden festgestellt werden. Man hätte meinen können, dass der recht harte und lange Winter die Deiche geschädigt hätte. Doch das ist nicht der Fall, wie die Fachleute feststellten. Ihr besonderes Augenmerk lag beispielsweise auf der Grasnarbe. Zwar sei vereinzelt nachgesät worden, großflächig sei das aber nicht nötig. Die Experten sind hoffnungsvoll, dass das Gras gut nachwächst. Aktuell stelle sich die Situation so dar, dass die Schafe, die für die Pflege des Grases zuständig sind und dieses kurz halten, gut mit dem Abweiden hinterherkommen. Während es im vergangenen Jahr durch extreme Trockenheit größere Probleme gab, ist der Zustand der Grasnarbe jetzt durchaus positiv zu bewerten. „Das Gras wächst gut“, sagte Frankowiak.
Wittenberge hat höchste Priorität
Weiterhin ein aktuelles Thema ist die Sanierung eines Teilabschnittes des Elbdeiches in Bälow im Bereich des Altdeichs. Diese Maßnahme wird sich aber weiterhin verzögern, hieß es. Schuld seien weiterhin ungeklärte Eigentumsverhältnisse. Einen konkreten Zeitplan für notwendige Sanierungen gibt es daher noch nicht. Die Fachleute sind aber positiv gestimmt, dass es im kommenden Jahr so weit sein könnte. Der Schwerpunkt aller notwendigen Maßnahmen liegt jedoch weiter im Bereich Wittenberge. Diese Maßnahmen haben Priorität, waren sich alle an der Deichschau Beteiligten einig.
Markierungspfähle stecken im Deich
Auch wenn eine Deichschau eine wichtige Angelegenheit ist, die mit viel Arbeit und noch viel mehr Lauferei im Rahmen der Begehung der Deiche verbunden ist, so bringt sie manchmal auch kuriose Dinge zutage. Als ominös bezeichnet beispielsweise Sandra Wietz von der Unteren Wasserbehörde in diesem Zusammenhang im Deich steckende Pfähle. Diese erwiesen sich letztlich als Straßenmarkierungspfähle unbekannter Herkunft. Unklar ist auch, wer sie in den Deich gesteckt hat. Und natürlich wurden sie wieder entfernt, denn sie könnten die Grasnarbe nachhaltig schädigen und somit dazu beitragen, dass der Deich an der entsprechenden Stelle seiner Aufgabe des Hochwasserschutzes nicht mehr gerecht wird. Nicht ominös, sondern verboten und sogar strafbar ist die Befahrung des Deiches mit Fahrzeugen. Doch genau dieses konnte im Bereich des Cafés Eisvogels in Lenzen festgestellt werden. Reifenspuren deuten auf eine ungenehmigte Befahrung hin.



