Schweriner Zoo feiert 70. Geburtstag mit 5000 Gästen
Schweriner Zoo: 70 Jahre mit 5000 Gästen gefeiert

Der Schweriner Zoo hat am Freitag sein 70-jähriges Bestehen mit einem großen Fest gefeiert. Rund 5000 Besucher strömten auf das Gelände, um den Geburtstag gebührend zu begehen. Der Eintrittspreis betrug an diesem Tag symbolische 70 Cent. Die Gäste erwarteten zahlreiche Informationsstationen, an denen sie mehr über die Arbeit des Zoos erfahren konnten.

Wissenswertes über Giraffen und mehr

Zoo-Artenschutzbeauftragter Max Birkendorf erklärte den Besuchern unter anderem, warum Giraffen eine dunkle Zunge haben: Damit sie beim Fressen keinen Sonnenbrand auf ihrer 50 Zentimeter langen Zunge bekommen. An einem Giraffen-Schädel veranschaulichte er zudem den Kauvorgang der Langhälse. Solche Aktionen stießen auf großes Interesse, insbesondere bei Familien.

Besucher zeigen sich begeistert

Gabriele Richter aus Schwerin, seit Jahren stolze Inhaberin einer Dauerkarte, betonte: „Im Zoo gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken.“ Sie war mit ihrem Enkel Theo zur Geburtstagsparty gekommen. Auch Sylvia Hasse aus Crivitz nutzte die Gelegenheit, mit ihren Kindern Frieda und Max einen Zoobummel zu machen. „Die Vielfalt der Tiere beeindruckt mich stets aufs Neue“, erklärte sie.

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Vom Heimattiergarten zum modernen Zoo

Der Heimattiergarten Schwerin nahm am 24. April 1956 mit gerade einmal 17 Tieren seinen Betrieb auf, darunter Rehwild, Damwild, Störche und Teichvögel. Am 1. Oktober 1974 erhielt der Tiergarten den Status eines wissenschaftlich geleiteten Zoologischen Gartens. Etwa zeitgleich wurde das Gelände auf die heutige Größe von 25 Hektar erweitert. Heute beherbergt der Zoo rund 1500 Tiere.

Engagement im Artenschutz

1985 beteiligte sich der Schweriner Zoo erstmals an einem international koordinierten Erhaltungszuchtprogramm für den Amurtiger. Inzwischen wirkt der Zoo bei mehr als 50 solcher Programme mit, drei davon koordiniert er selbst – darunter das Programm für Riesenotter durch Zoodirektor Dr. Tim Schikora. Fast die Hälfte der im Zoo lebenden Arten gilt als gefährdet, einige sind in der Natur bereits ausgestorben. Damit hat sich der Zoo zu einem bedeutenden Ort für Natur- und Artenschutz entwickelt.

Zoodirektor: „Strahlkraft weit über Schwerin hinaus“

„Viele Familien aus der Region sind über Generationen hinweg mit dem Zoo verbunden“, sagte Dr. Tim Schikora. Neben der schönen Landschaft und den Tieren zeichne den Zoo diese enge Verbundenheit mit der Region aus. „Ich bin dankbar und stolz, dass wir es geschafft haben, diesen Ort in den vergangenen 70 Jahren immer weiterzuentwickeln und seine Strahlkraft weit über die Grenzen der Landeshauptstadt zu erhöhen.“

Ministerpräsidentin überreicht Förderbescheid

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) überbrachte persönliche Glückwünsche und einen Förderbescheid in Höhe von knapp 60.000 Euro. „Der Zoo ist ein Juwel für die Stadt und die ganze Region“, betonte sie bei der Feierstunde mit Musik und Theater auf der Festwiese. „Über 200.000 Besucher jährlich zeigen: Der Schweriner Zoo ist sehr beliebt – als Ausflugsziel für Einheimische oder Touristen.“ Mit dem Geld solle eine Machbarkeitsstudie erstellt werden, um das Zukunftskonzept des Zoos weiter voranzubringen. Zudem stellte Schwesig eine Unterstützung des Landes für den geplanten, rund 25 Millionen Euro teuren Zoo-Campus in Aussicht.

Zukunftskonzept mit Zoo-Campus

Bereits 2025 hatte Direktor Schikora einen Rahmenplan für die Modernisierung des Zoos vorgelegt. Der Zoo-Campus ist dabei das Herzstück. „Hier wollen wir neben der Verwaltung eine moderne Veterinärstation, einsehbare Betriebsbereiche für Gäste sowie ein Zentrum für die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren im Natur- und Artenschutz errichten“, erklärte er.

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