Superwahltag in Großbritannien: Labour droht vernichtende Niederlage
Superwahltag in GB: Labour droht Niederlage

In Großbritannien steht der Superwahltag bevor: Am heutigen Donnerstag werden in Schottland und Wales neue Regionalparlamente gewählt, während in weiten Teilen Englands Kommunal- und Bürgermeisterwahlen anstehen. Die regierende Labour-Partei von Premierminister Keir Starmer muss mit herben Verlusten rechnen. Politische Beobachter sprechen von einem möglichen „Blutbad“ für die Sozialdemokraten.

Starmers schwierige Lage

Obwohl Labour bei der Parlamentswahl 2024 einen Erdrutschsieg errang, steht Starmer nun massiv unter Druck. Die Partei hatte damals nur knapp 34 Prozent der Stimmen erhalten, was dem britischen Mehrheitswahlrecht geschuldet ist. Seitdem sanken die Umfragewerte kontinuierlich. Hinzu kommen misslungene Reformprojekte und Skandale, etwa die umstrittene Ernennung von Peter Mandelson zum Botschafter in den USA. Starmer fehle zudem eine klare Vision für die Zukunft des Landes, kritisieren Experten.

Wer könnte Starmer beerben?

Als mögliche Nachfolger gelten Ex-Vizechefin Angela Rayner, Gesundheitsminister Wes Streeting, Innenministerin Shabana Mahmood, Manchesters Bürgermeister Andy Burnham und Energieminister Ed Miliband. Doch keiner von ihnen sticht deutlich hervor. Burnham müsste zudem erst ins Parlament einziehen, was schwierig wäre.

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Sieg für Rechtspopulisten und Grüne

Als sichere Gewinner gelten die Rechtspopulisten von Reform UK um Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage sowie die Grünen unter Zack Polanski. Reform UK führt die nationalen Umfragen mit knapp 30 Prozent an, während Labour und die Konservativen auf rund 20 Prozent fallen. Politikwissenschaftler warnen vor einer Zersplitterung des Parteiensystems. Reform UK könnte bei der nächsten Parlamentswahl dank des Mehrheitswahlrechts eine absolute Mehrheit erringen, was in einem Land ohne geschriebene Verfassung einem Systemwechsel gleichkäme.

Schottland und Wales: Unabhängigkeitsparteien vorn

In Schottland liegt die SNP vorn, in Wales zeichnet sich ein Sieg von Plaid Cymru ab. Erstmals könnten alle selbstverwalteten Landesteile (Schottland, Wales, Nordirland) von Unabhängigkeitsparteien regiert werden. Das Auseinanderbrechen des Königreichs droht zwar nicht unmittelbar, doch die Unabhängigkeitskräfte werden gestärkt.

Ergebnisse ab Freitag

Die ersten Resultate werden in der Nacht zum Freitag aus London erwartet, wo Labour ebenfalls Verluste fürchten muss. In Schottland und Wales wird erst am Freitag ausgezählt, einige Ergebnisse könnten bis Samstag dauern.

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