Die CDU in Sachsen-Anhalt will die Gehälter der Intendanten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks deckeln. Sie sollen künftig nicht mehr besser verdienen als der jeweilige Ministerpräsident ihres Bundeslands. Ein BILD-Check zeigt, welche Sender-Chefs besonders viel verlieren würden – und bei wem eine solche Obergrenze kaum Folgen hätte.
Die Forderung im Detail
Die CDU-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt hat einen Vorstoß unternommen, der weitreichende Folgen für die Führungsetagen der öffentlich-rechtlichen Sender haben könnte. Konkret geht es um eine Begrenzung der Intendantengehälter auf das Niveau des jeweiligen Ministerpräsidenten. Dies würde bedeuten, dass Spitzenverdiener wie der WDR-Intendant Tom Buhrow oder der NDR-Intendant Joachim Knuth deutlich weniger Gehalt beziehen müssten.
Wer wäre betroffen?
Besonders stark betroffen wäre der WDR: Intendant Tom Buhrow verdient laut aktuellen Angaben rund 400.000 Euro pro Jahr. Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst, erhält dagegen etwa 250.000 Euro. Die Differenz beträgt rund 150.000 Euro. Ähnlich sieht es beim NDR aus: Intendant Joachim Knuth bezieht etwa 380.000 Euro, während der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil auf rund 240.000 Euro kommt. Auch hier läge das Minus bei etwa 140.000 Euro.
Geringe Auswirkungen bei kleineren Sendern
Bei kleineren Sendern wie dem MDR oder dem RBB wäre der Einschnitt weniger drastisch. MDR-Intendantin Karola Wille verdient etwa 260.000 Euro, der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer erhält rund 230.000 Euro. Die Differenz beträgt lediglich 30.000 Euro. Beim RBB liegt das Gehalt von Intendantin Ulrike Demmer bei etwa 240.000 Euro, während der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke auf 220.000 Euro kommt – ein Unterschied von nur 20.000 Euro.
Kritik an der Gehaltsobergrenze
Die Gewerkschaft Verdi und der Deutsche Journalistenverband (DJV) kritisieren den Vorstoß scharf. Sie argumentieren, dass die Intendanten komplexe Medienhäuser mit Tausenden Mitarbeitern führen und eine hohe Verantwortung tragen. Eine Kopplung an politische Gehälter sei nicht sachgerecht. Zudem befürchten sie, dass die besten Führungskräfte abwandern könnten.
Reaktionen aus der Politik
Die CDU in Sachsen-Anhalt verteidigt ihren Vorstoß. Fraktionschef Guido Heuer betont, dass die Beitragszahler ein Recht darauf hätten, dass die Gehälter in einem angemessenen Rahmen blieben. Die SPD und die Grünen zeigen sich skeptisch, während die FDR offen für eine Diskussion ist. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus.



