Machtkampf bei den Rechtsextremen: Steuert Björn Höcke die AfD im Bundestag aus der Ferne?
In der AfD-Bundestagsfraktion brodelt es. Björn Höcke, der Frontmann des radikalsten Flügels der Partei, sitzt selbst nicht im Parlament – doch seine Getreuen sind umtriebig. Sie sabotieren Pläne der Fraktionsführung und lobbyieren gegen unliebsames Personal. Die Methoden der Höcke-Anhänger sorgen intern zunehmend für Unmut. Ein Bericht von Fabian Hillebrand.
Höckes Einfluss aus der Ferne
Obwohl Björn Höcke kein Mandat im Bundestag hat, ist sein Einfluss auf die Fraktion beträchtlich. Über ein Netzwerk von Vertrauten, die in Schlüsselpositionen sitzen, steuert er die Geschicke aus der Ferne. Diese Abgeordneten agieren als seine verlängerte Hand und setzen seine Agenda durch – oft gegen den Willen der offiziellen Fraktionsspitze.
Sabotage und Lobbyarbeit
Konkret geht es um die Blockade von Gesetzesinitiativen, die Höcke nicht genehm sind. Seine Leute stimmen geschlossen dagegen oder bringen Änderungsanträge ein, die die Vorhaben verwässern. Zudem betreiben sie aktive Lobbyarbeit gegen Abgeordnete, die als moderat gelten oder sich nicht fügen. Ziel ist es, die Fraktion weiter nach rechts zu rücken und Höckes Position als heimlicher Anführer zu festigen.
Unmut in der Fraktion
Diese Taktiken stoßen bei vielen Fraktionsmitgliedern auf Widerstand. Sie beklagen eine Lähmung der Arbeit und eine Radikalisierung, die die AfD weiter isoliere. Die moderate Strömung um Fraktionschefin Alice Weidel sieht sich zunehmend unter Druck gesetzt. Ein offener Bruch zeichnet sich ab, denn Höckes Anhänger fordern mehr Einfluss und Posten.
Auswirkungen auf die Partei
Der Machtkampf hat bereits Folgen: Die AfD verliert an Schlagkraft im Parlament, da interne Querelen die Arbeit blockieren. Beobachter sehen darin eine Strategie Höckes, der die Partei auf Konfrontationskurs halten will. Ob die Fraktion diesen internen Grabenkämpfen standhalten kann, ist fraglich. Klar ist: Björn Höcke bleibt der starke Mann im Hintergrund, der die Fäden zieht.



